Rennbericht Rad am Ring 2015

Mein Ziel war klar: Nochmal ein gutes und langes Training für meine erste Teilnahme bei Paris-Brest-Paris am 16. August (1200km nonstop) absolvieren. Deshalb durfte nichts riskiert werden: Keine Erkältung, keine Knieschmerzen, keine sonstigen Beschwerden. Plan B war aber immer präsent: Wenn es gut läuft, will ich versuchen aufs Podest zu fahren! Allerdings hatte ich dabei eher an den dritten Platz gedacht.

Der Renntag fing dann leider ganz anders an als geplant. Wegen des Sturmtiefs Zjelko, dass am Samstag über Westdeutschland zog und zahlreiche Unwetterwarnungen auslöste, wurde der Start auf 20 Uhr verschoben, so dass wir ‚nur‘ 17 Stunden fahren durften. Viele Teilnehmer reisten bereits ab, aber mindestens genauso viele waren am Abend richtig heißt, endlich über die Nordschleife fegen zu dürfen. Ich gehörte zur zweiten Kategorie!

Für 24 Stunden hatte ich mir eine drei Runden Taktik überlegt: Drei Runden, bzw. drei Stunden fahren, dann 20-30 Minuten Pause. Für 17 Stunden war das natürlich zu viel Pause. Erst wollte ich, zusammen mit meiner Betreuerin Nicole Bonnie, bei der drei Runden Taktik, aber mit verkürzten Pausen bleiben. Da die vier Runden Taktik vor zwei Jahren zu viel Kraft gekostet hat. Eine Runde am Nürburgring hat nämlich nicht nur 25km, sondern auch 550 Höhenmeter, was die Sache etwas schwierig und kräftezehrend macht. Nach drei gefahrenen Runden habe ich mich aber für eine vierte entschieden, bevor ich die erste Pause mache.

Nach der ersten Pause wollte ich weitere drei oder vier Runden fahren, musste aber nach zwei Runden, also nach Runde sechs etwas Normales essen, weil mein Magen Probleme bereitete. Ich vermute, dass ich die Ernährung unter dieser Belastung nicht gewohnt bin. Bei einem Triathlon ist die Belastung gleichmäßig. Bei Rad am Ring hat man, wenn man auf Bestzeit fährt, eigentlich nie 10 Sekunden Zeit um in Ruhe vom Riegel abzubeißen. Ständig geht es rauf, runter, dann durch die berühmte Fuchsröhre mit 90-100km/h schnell runter und fast unmittelbar danach mit 8-10 km/h und bis zu 15% Steigung 300 Höhenmeter auf die hohe Acht hinauf. Danach geht es wellig weiter und man ist ständig gezwungen zu schalten, in den Unterlenkergriff zu wechseln, Windschatten zu suchen, usw. Kurz gesagt, es bleibt einfach keine Zeit zu essen!

Runde sechs war mental die schwerste. Es war 3:00 Uhr, es war 5 Grad kalt – mitten im Juli- die Beine waren nicht ganz so frisch wie gehofft und der Magen tat seinen Dienst nicht, wie er sollte. Und es waren erst sieben Stunden vergangen. Selbst zu meinem Minimalziel, 12 Stunden im Sattel zu sitzen, waren es noch fünf Stunden. Aber dann bekam ich die erste Platzierungsmeldung: Ich lag auf Platz Zwei! Das änderte alles. Die alte Wettkampfmentalität brach langsam wieder durch. Die Pause wurde so rasch wie möglich beendet und als ich wieder los fuhr, brach auch schon die Morgendämmerung an.

Zwei Runden später kam die nächste Hiobsbotschaft: Ich liege auf Platz 1. Meine Konkurrentin hat wohl ebenfalls eine Pause gemacht. Nun ist der Knoten vollends geplatzt. Ich hatte die reale Chance, Rad am Ring zu gewinnen! Nur noch rund fünf Stunden lagen vor mir, also vier Runden. Nur noch viermal die hohe Acht hoch, der Rest geht schon irgendwie. Ich habe mich auf  meine Stärken, das bergab fahren, den Schwung mitnehmen und die lange Gerade vor der Grand-Prix-Strecke zu drücken konzentriert und die steilen Passagen so kraftschonend wie möglich gefahren. Das hat gut geklappt. Ernährt habe ich mich eigentlich nur noch mit Cola und Gel, irgendwie hat das schon gereicht. Schließlich lag ich auf Platz 1, da spielen die körperlichen Gebrechen dann doch keinerlei Rolle mehr.

In den letzten Runde habe ich  alles gegeben und sogar noch eine Runde unter einer Stunde hin gezaubert. Diese habe ich aber mehr mit dem Kopf, als mit der körperlichen Verfassung zustande gebracht. Wie in guten, alten Triathlontagen. Und so konnte ich tatsächlich als erste Frau über die Ziellinie fahren!

Natürlich hat dieser Erfolg gleich wieder Lust auf mehr gemacht. Und mehr ist geplant: Am 16. August nehme ich die 1200km von Paris-Brest-Paris in Angriff. Dafür musste ich im Frühjahr schon die offizielle ‚Brevet‘ Serie fahren, um mich zu qualifizieren: 200km, 300km, 400km und 600km. PBP ist allerdings kein Rennen. Bei den Ranndoneuren (auf deutsch: Radwanderer), wie die Teilnehmer auch genannt werden, geht es um das Dabeisein. Es gibt keine Siegerehrungen und keine Preise. Und es gibt keine persönliche Betreuung unterwegs. Man fährt offizielle Kontrollstellen an, an denen man sich selbst verpflegt. Das benötigte Gepäck führt man am Rad mit.

Nächstes Jahr ist die nächste ultimative Herausforderung geplant: Im vierer Damenteam wollen wir versuchen, den Rekord beim Race Across America zu schlagen. Das härteste Radrennen der Welt, 4500km quer durch Amerika von der West- an die Ostküste, durch das über 40 Grad heiße Death Valley und über die 8 Grad kalten Rocky Mountains. Berühmt und berüchtigt.

Nach 13 Jahren Triathlon, habe ich aktuell mein Herz ans Langstreckenradfahren verloren. Hauptsache lang! Aber den ein oder anderen Triathlon werde ich in den nächsten Jahren sicher bestreiten.

Startabsage ICAN Mallorca

Aufgrund eines Trainingsrückstandes beim Laufen und geänderter Rahmenbedingungen des Wettkampfes habe ich mich gestern entschlossen, nicht beim ICAN Mallorca anzutreten.

Heute bin ich froh über diese Entscheidung, nachdem ich um 07:15 auf den Balkon meines Hotels getreten war und ein bis zwei Meter hohe Wellen vor mir sah. Aufgrund der widrigen Bedingungen musste der Veranstalter sogar kurzfristig den Schwimmpart canceln.

Eigentlich bin ich ja immer für schwere Bedingungen zu haben. Das macht nach elf Langdistanzen einfach einen besonderen Reiz aus und man kann seine Routine voll ausspielen. Aber nach dem Trans-Vorarlberg bin ich für dieses Jahr schon gesättigt, was persönliche Qualen anbelangt.

Somit beende ich diese durchwachsene Saison, die mehr Tiefen als Höhen mit sich brachte und hoffe darauf, dass es nächstes wieder rund läuft.

Des wird scho!

Trans-Vorarlberg-Triathlon am 26. August 2012 – Was ein verrückter Tag!

Schwimmen im Bodensee – unser erste Peiniger des Tages – 2000 Höhenmeter vom Bodensee nach Lech am Arlberg – der Wettergott unser Unheilbringer – ein abschließender Lauf, um wieder warm zu werden – und nur ein neunter Platz weil ich (den Meteorologen vertrauend) auf Sonne spekuliert hatte.

Der Tag fing harmlos an. Ich habe in Lech übernachtet und um 6 Uhr morgens den Bus nach Bregenz genommen. Der Starkregen von Samstagabend hatte wie vorhergesagt aufgehört. Am Bodensee angekommen riss die Wolkendecke bereits auf und der blaue Himmel war zu sehen. Während es in Lech nur 10 Grad waren, fühlte es sich am Bodensee mild an. Beste Aussichten für einen traumhaften Triathlon Tag! Denkste.

Ich habe mich noch in der Wechselzone umgehört, wie andere Athleten es mit der Bekleidungswahl halten. Normalerweise weiß ich ganz genau, was ich anziehen soll. Meine Strategie war Folgende: Nachdem ich am Samstag die Radstrecke mit dem Auto abgefahren bin und festgestellt habe, dass es eigentlich nur bergauf geht, die auskühlenden Abfahrten also marginal kurz sind, dachte ich, dass man nicht auskühlen kann. Schließlich bewegen wir uns im Wettkampftempo. Bei jeder Pässe Tour reißt man die Reißverschlüsse auf, weil es so warm ist. Kaum Fahrtwind aber anstrengendes bergauf. Ich wollte also nicht mit einem Windbraker fahren, den ich nur für eine Abfahrt von lächerlichen 5km Länge brauchen würde und der mir dafür aber drei Stunden lang rumflattert, weil ich ihn eh nur geöffnet habe. Trotzdem war ich mir unschlüssig, ob er nicht für die letzten Höhenmeter des Hochtannbergpasses auf 1675m unerlässlich sei.

Da die Meteorologen Sonne vorhersagten und schon der blaue Himmel zu sehen war, habe ich mich für Sonnencreme, Ärmlinge und gegen den Windbraker entschieden – so wie viele andere.

Beim Einschwimmen war klar, dass das Schwimmen heute kein Spaß werden würde. Es hatte ziemliche Wellen. Wie krass es aber tatsächlich war, merkten wir erst nach dem Startschuss. Just in diesem Moment flaute tatsächlich der Wind auf und peitschte die Wellen so richtig an. Da kamen wirklich meterhohe Wellenberge auf uns zu! Bis zu 1,50m waren sicher dabei. Wirklich. Ich wusste bis dato nicht, dass es auf unseren Seen solche Wellen geben kann. Ich dachte an die armen Kajakfahrer und Wasserwachtboote, die uns begleiteten. Die hatten alle so ihre Schwierigkeiten! Ich dachte auch an Kanalschwimmer und Bodensee-Durchquerer und mir war absolut klar, dass es an manchen Tagen keine Chance gibt, solch einen Versuch erfolgreich zu Ende zu bringen. Und wir sind nur lächerliche 1,2km geschwommen! Nicht mal richtig auf den See hinaus sondern eigentlich nur gerade an der phantastischen Seebühne vorbei, um dann 90 Grad nach links zum Strandbad abzubiegen. Unfassbar!!!

Mit dem Wechselbeutel in der Hand durften wir durch die Zuschauerränge der Seebühne laufen.

Mit dem Wechselbeutel in der Hand durften wir durch die Zuschauerränge der Seebühne laufen.

Ich habe 24 Minuten für diesen Part gebraucht. Für 1,2 km…. Aber es waren nur zehn Frauen schneller als ich! Respekt an Silvia Stampfer (Czaika), die als schnellste Schwimmerin nach 20:10 min das Wasser verlies. Wie hast du es nur geschafft, so schnell durch dieses Chaos zu schwimmen??? Respekt! 😉

Das Radfahren lies ich kontrolliert angehen, mit gebührendem Respekt vor der Strecke. Bis zum Beginn des Hochtannbergpasses habe ich mich auf den zweiten Rang vorgearbeitet. Seit ca. einer Stunde regnete es. Eine Windschattengruppe habe ich nicht nur ein- sondern überholt. Ja, sogar auf solchen Strecken nutz man die 10-15km, die relativ flach bergauf verlaufen (1-3% Steigung), um sich den Gegenwind von der Pelle zu halten. Leider hat eine Dame, die sich gut im Windschatten eines Mannes aufhielt, später sogar noch eine sehr, sehr gute Platzierung geschafft. Gut, selbst du musstest die Höhenmeter alleine fahren, aber ich wette mal, dass du die Körner, die du dir auf dem Weg nach Schoppernau gespart hast, nutzen konntest, um deine direkte Konkurrentin zu überrennen, die bis dato mit korrekten 10m Abstand längere Zeit in meiner Nähe gefahren ist…

 

aufwärts...Nun gut, am Pass angekommen wurde mir persönlich kälter und kälter. Der Dauerregen und die zunehmende Kälte mit jedem Höhenmeter setzten mir zu. Ich habe alles aufgegessen, was ich dabei hatte. Zwei PowerBar Riegel, vier PowerBar Gels. Die Kälte… Ich merkte richtig, wie sie in mir aufsteigt. Die Oberschenkel waren seit langer Zeit knall rot und kalt. Nun kam die Kälte auch von Innen. So fuhr ich, nur mit einem Triathlon Zweiteiler und Ärmlingen, natürlich ohne Socken in offenen Schuhen, bei ca. 4-6 Grad im Dauerregen über den Hochtannbergpass. Kurz habe ich ans Aufgeben gedacht. Fünf Kilometer vor der Wechselzone. Ich wusste nicht, wie ich die Abfahrt überstehen sollte. Die Regentropfen haben sich wie Nadeln angefühlt. Hätten hier nochmals Zuschauer gestanden, ich hätte mir eine Jacke geliehen. Nur um heil anzukommen. Mein Plan, in der Abfahrt nochmal Zeit auf die Mädels vorne gut zu machen (denn das hatte ich die letzten 97 Kilometer schon vorzüglich praktiziert) war wie weggeblasen. Ich habe versucht meinen Lenker zu halten, der bei 30-40 km/h gezittert hat, weil ich das Muskelzittern meiner Arme nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte… Oh man. Aber ich wusste ja, nur ein paar Kurven, dann kommt da schon Lech und ein bisschen Treten ist auch noch dabei….

Regen, Regen, Regen...

Regen, Regen, Regen…

In Lech angekommen wurden wir mit Rettungsdecken empfangen. Es erging vielen so. Sehr vielen! Wir hatten einfach nicht damit gerechnet. Die Wettervorhersage war komplett anders und der Himmel am Morgen verhieß eigentlich Gutes. C’est la Vie!

Aber ich habe meinen Helm noch selber auf bekommen. Sogar einen Schuh selbst angezogen, den zweiten hat mir der nette Helfer irgendwie über den Fuß gezogen. Und mein Gel hat er mir aufgerissen. Vielen Dank!

Die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.

Die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.

So bin ich dann los. Silvia Stampfer hat mich direkt nach der Wechselzone überholt. Es ging kurz steil bergauf und steil bergab. Ich frag mich nur, wie sie da schon laufen konnte! Ich konnte es nicht… Keine Chance. Auch die vier anderen Mädels musste ich zähneknirschend während der 12 Kilometer einfach ziehen lassen. Ich hätte es ja wirklich versucht, nochmal schnell(er) zu laufen, aber was ich wollte und was meine Beine taten war zwei komplett unterschiedliche Dinge! Das hab ich dann auch eingesehen und mich meinem Schicksal ergeben.

Ein Grinsen ob der unerwartet überstandenen Strapazen

Ein Grinsen ob der unerwartet überstandenen Strapazen

 

Ich und alle anderen sind heil angekommen. Das ist erst mal das Wichtigste nach so einem verrückten Tag. Und dann werde ich noch in zehn Jahren von den Wellen im Bodensee und den sechs Grad auf dem Pass, im nassen Triathlon Anzug ohne Socken in offenen Schuhen erzählen. Soviel steht fest. Dieser Wettkampf geht in die Annalen ein und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Austragung. Der Wettkampf ist absolut genial! Die Seebühne, die Berge, die gesamte Szenerie. Genial. Ich wünsche mir dann nur Eins: Sonnenschein!

Rothsee Triathlon Festival 2012

Gestern wurde ich Sechste beim Rothsee Triathlon Festival.
Meine Schwimmperformance lässt zu wünschen übrig. Hier verlor ich die entscheidenden Minuten gegenüber der Konkurrenz. Beim Radfahren war ich ganz vorn dabei. Mein Airstreeem Flitzer läuft super. Nach der Pässe(tor)tour von letztem Sonntag sind wir zusammen gewachsen 😉 Teambuilding vom Feinsten ;-))
Beim Laufen konnte ich leider nicht mithalten. Meine Beine waren einfach ko. Aber was solls, ich habe letztes Wochenende so gut und hart trainiert, man kann nicht alles haben.
Nun ist die Vorbereitung abgeschlossen. Noch zwei Wochen ‚Bewegung‘ und dann geht’s rund – Challenge Roth ich komme!

20.05.12 Ligawettkampf Waginger See

Tja, Reifen platt. Bei einem Sprint mit Windschattenfreigabe. Ich bin mit zu wenig Luft aus der Wechselzone raus ?!? und habe es schon in der ersten Kurve gemerkt (Ja, ich hatte vorher auf 8,5 Bar aufgepumpt). Nach der zweiten Kurve habe ich dann Schlauch gewechselt und meine schöne Radgruppe, die ich grade aufmischen wollte 😉 ziehen lassen müssen. Schade! Gestern extra den Auflieger runter geschraubt und mich auf mein aller erstes Drafting Rennen gefreut, heute 20km Einzelzeitfahren OHNE Auflieger. Das ist Mist. Aber man merkt erst mal, wie sehr man die Arme in der Aeroposition benutzt.
Aufgeben war nicht drin, da wir nur zu dritt gestartet sind und jedes Ergebnis gezählt hat. Außerdem hab ich ja den Trainingsreiz heute gebraucht. Naja, Spaß ist anders, aber was solls 🙂

Stadttriathlon München – 29.04.2012

2. Platz in 0:57:16. 12 Sekunden langsamer als letztes Jahr. Das ist, weil ich ein Jahr älter bin ;-))

Platz 1 war am heutigen Tage unerreichbar für mich. Das wusste ich aber im Vorfeld. Ich war mit der Siegerin, Carina Brechters, auf Fuerteventura auf dem Zimmer. Sie war ebenfalls Guide bei Pro.Training Tours. Carina ist Kurzdistanzlerin, startet in der 1. BuLi für Witten und hat den selben Trainer wie ich – keine Chance ;-)) Sprint ist ihr Metier, Langdistanz ist meines. Von dem her geht alles mit rechten Dingen zu, wenn sie mich auf der Sprintdistanz besiegt.

Dafür habe ich ja alle anderen geschlagen – unglaublich! Mit 35 Jahren auf so einer kurzen Distanz. Das freut mich tierisch. Außerdem hab ich zwei wunderbare Komplimente an dem Tag bekommen. Eines, von einer Freundin, mit der ich zweimal zusammen auf Fuerteventura war. Sie meinte, dass wir da vorne ganz schön abgegangen seien. Wir hätten es uns wohl ordentlich gegeben 😉 Man merkt ja gar nicht, wie schnell man selbst unterwegs ist oder besser gesagt, man fühlt sich ja immer zu langsam oder alle anderen sehen besser aus, etc. Ich hab die anderen Mädels laufen sehen und mir gedacht, boah, so gut wenn du am Ende eines Wettkampfes auch noch mal aussehen würdest beim Laufen. Aber dann wurde mir mal wieder bewusst, dass ich ja ähnlich aussehe. Muss wohl, bin ja fast genauso schnell gerannt. Das ist super! *freu*

Und Michael Rauschendorfer von Speedpic.de hat mir gesagt, dass man von mir immer so gute Fotos machen kann, weil ich so sauber fahre ;-))) Klar – mich hat er immer allein vor der Linse. Im Windschatten gibt es keine guten Radfotos *hahaha* Darüber hab ich ja noch nie nachgedacht. Das finde ich toll ;-)))

Es war ein super Tag, ein toller Saisonauftakt, ein wunderbarer Wettkampf. Die Stimmung im Olybad – super! Die Sambagruppe auf dem Sprungturm, die Zuschauer, die Beifall klatschen, die vielen Anfänger und Hobbysportler. Apropro Hobbysportler! Ich habe doch tatsächlich einen auf einem Leihrad der Deutschen Bahn überholt!!! Geil! Das hab ich ihm auch zugerufen – geiles Rad! Respekt! Und geniale Idee!

Vielen Dank allen Organisatoren, Helfern und Mitstartern – ein toller Tag!

Challenge Henley, UK – Meine zehnte Langdistanz!

Geschafft! Erneut Top Ten. Ziel erreicht. Glücklich, zufrieden, urlaubsreif! Sechster Platz in 10:32:46 beim Challenge Henley-On-Thames, England

Was soll ich sagen?

Meine insgesamt zehnte Langdistanz seit 2004.

Viermal Top Ten Overall (Roth 05, Roth 11, Henley 11, Bodensee 07)

Ein Gesamtsieg (Bodensee 07)

Dreimal Top Ten Pro Women (Roth 11, Henley 11, Lanzarote 10)

Einmal Hawaii (08)

Zweimal Sieg in der Altersklasse (Roth 07, Lanzarote 08)

Einmal Vizedeutsche Meisterin (Roth 07)

Einmal Deutsche Meisterin im Herzen (Roth 05, hatte kein Kreuz bei der DM Wertung gemacht…)

 

WAHNSINN!!!

 

Was mag noch kommen? Ein Ziel ist auf jeden Fall, den Marathon hinten drauf unter 3:30 zu laufen. Und schön wäre natürlich, dabei auch unter fünf Stunden beim Radfahren zu bleiben. Also unter einer Stunde schwimmen + unter fünf Stunden Rad fahren + unter 3:30 Stunden laufen + insgesamt fünf Minuten zum Wechseln wären ja dann 9:35 Endzeit. Das wäre doch super. Das probiere ich nächstes Jahr mal 🙂 Wenn dann wieder Top Ten in Roth raus springen, ich noch mal diese geniale Siegehrung vom Podest aus erleben darf und die Party danach feiern kann, dann wird das ein verdammt gutes Jahr 🙂 So wie 2011. Wenn ich zurück blicke, war das definitiv eine GEILE Saison! Das ist das beste Wort dafür 🙂 Ich freue mich sehr auf nächstes Jahr! Es ist unglaublich, dass das Ende der Reise noch nicht absehbar ist. Es macht mich sehr glücklich und zufrieden, dass ich das erleben darf! Aber jetzt mach ich erst mal Urlaub! Zwei bis drei Wochen wandern, ohne Triathlon! Darauf freue ich mich nun fast genauso.

Und nun zum Rennen. Es war kalt! Das aller schönste für mich war das Schwimmen. Ich liebe es, in solchen Gewässern zu schwimmen. Mir hat auch der WakenitzMan super gefallen und die Themse ist super! Klares Wasser und ein wunderschönes Ufer. 15,5 Grad warm 😉 Es hatte Nebel am Morgen und nur ca. 50m Sicht. Vielleicht mehr oder weniger, ist sehr schwer abzuschätzen vom Wasser aus. Auf jeden Fall nicht genug, um die nächste Boje zu sehen. Aber da es nur den Fluss entlang ging war das nicht soo ein großes Problem. Die ersten 1,9km wurden gegen die Strömung geschwommen, die zweiten 1,9km mit. Ich konnte leider die schnelle Gruppe vor mir am Anfang nicht erwischen und arbeitete mich dann im Wasserschatten eines Mitschwimmers zu den nächsten Schwimmern vor uns heran. Die Gruppe davor war komplett im Nebel verschwunden. Witzig. Noch vor dem Wendepunkt waren wir an den sechs Schwimmern dran und auch gleich vorbei. Bis zum Wendepunkt. Dort waren sich meine Mitschwimmen nicht einig welchen Weg es zu schwimmen galt. Aber die Ansage war klar. Gelbe Bojen immer rechts und orange immer links. Also hab ich eine 90° Wende gemacht und bin gleich um die gelbe Boje und war vorne. Dann haben sich alle anderen in meinen Wasserschatten gehängt. Die Gruppe, der wir weg geschwommen waren, hatte inzwischen schon gut Abstand. Und vor mir war genau ein einzelner Schwimmer zu sehen, dann Nebel. Ein genialer Anblick. Ich führte dir Gruppe die ganzen 1,9km bis zum Ziel zurück an. Ich hab mich zwei oder dreimal umgesehen, weil ich es nicht glauben konnte, dass ich die Gruppe führe und alle schön wie an einer Perlenkette in meinem Wasserschatten hingen. Genial. Vor dem Schwimmausstieg drehte ich mich ein letztes Mal um, denn ich wollte nun auch als erste von uns aus dem Wasser und da stellte ich fest, dass ich sogar noch ein Loch gerissen habe. Ich habe sogar noch zwei, drei Rückenzüge eingelegt, um den Anblick zu genießen und bin dann kopfschüttelnd zum Wasserausstieg. Geil! Echt 🙂 Das war mal super! Nicht die schnellste Schwimmzeit (1:02:46), denn da wären mir schnelle Beine, die mich gezogen hätten, lieber gewesen, aber auch mal richtig toll.

Auf dem Rad hatte ich dann aufgrund der kalten Finger enorme Probleme. Schon das Wechseln hat ewig gedauert. Mit nassen Händen die Ärmlinge anzuziehen ist ja schon schwer, aber das die Finger auch noch kalt und steif sind, daran hatte ich  nicht gedacht. So hat der Wechsel mal länger gedauert. Ich hab mir dann gleich den ersten PowerBar ins Trikot und unter die Windweste geschoben, damit er warm wird und leichter zu kauen ist. Das hab ich die vollen 180km gemacht. PowerBar halb gegessen, wieder ins Trikot, nächste Hälfte gegessen, nächsten PowerBar ins Trikot. Das aller schwerste war, den ersten PowerBar mit steif gefrorenen Fingern aus der vollgestopften Oberrohrtasche zu bekommen. Das hat etwas Zeit gekostet… Aber egal. Ernährung ist hinten raus wichtiger als ein paar Meter aufrecht im Wind zu sitzen und rumzufummeln. Es war kalt, windig, nass, hügelig und der Asphalt total rau. Gemein! Ich habe 5:39:07 für die 180km und 1800hm gebraucht. Aber es war ein unglaublich faires Fahren, da relativ wenig Leute auf der Radstrecke waren und sich das super zerfahren hat! Dem Wellenstart sei dank kam es nicht wirklich zu größeren Gruppen. Super. In der letzten Runde muss ich gestehen hatte ich Probleme mit der Kälte. Meine Muskeln wurden einfach hart vor Kälte. Das hab ich auch auf der gesamten ersten Laufrunde gespürt. Erst hab ich gedacht, ich bin schon so k.o., aber in der zweiten Runde war ich warm und es lief richtig gut. Daher schiebe ich es allein auf die Kälte. Auch die dritte Laufrunde war noch ziemlich gut. Bei km 30 hab ich mich so locker gefühlt wie schon lange nicht mehr. Erst auf der letzten Runde wurde es richtig schwer für mich. Da die erste Runde noch wegen der Kälte zu langsam war und hinten rum eine sehr lange Strecke auf Gras zu laufen war, geht die Laufzeit von 3:44:34 absolut in Ordnung. Ich habe mich auch nicht bis zum Umfallen gequält wie in Roth. Nach hinten hatte ich über 12 Minuten Vorsprung und Celia Kuch lief konstant zwischen fünf und sieben Minuten vor mir. Es war also alles in Ordnung, ich musste es nur heim laufen. So bin ich nach 10:32:46 ins Ziel gelaufen. Perfekt! Ein schöner Tag, ein schönes Saisonfinale, eine tolle zehnte Langdistanz und eine richtig schöne Finishermedaille. Jetzt hab ich mir den Urlaub redlich verdient…

11. Platz beim Challenge Walchsee-Kaiserwinkl

Am Sonntag lief es bei mir leider nicht rund. Ich habe von Anfang an keinen Rhythmus gefunden. Das Schwimmen war noch ganz ok aber auf dem Rad lief es nicht gut. Letzte Woche in Wilhelmshaven hab ich mich noch aufs Rad gesetzt und bin über die Strecke geflogen. Am Sonntag haben sich zwar meine Beine schnell bewegt, aber mein Wattmesser hat erschreckend geringe Werte angezeigt. Hm. Hab dann kurz versucht die Wattwerte hochzuschrauben, aber das hat sich nicht gut angefühlt. Ich wollte nicht denselben Fehler wie in Worms machen und gleich von Anfang an auf dem Rad überzocken. Also hab ich auf mein Bauchgefühl gehört und bin zügig aber ohne den letzten Push geradelt. Dann musste ich mich leider auch noch über die direkte Pro und AK Konkurrenz aufregen, die ganz offensichtlich und aggressiv Windschatten gefahren ist. Die Mädels sind in einem Männerpulk zu mir aufgefahren. Bergan sind ihnen die Jungs weggefahren. Eine konnte wohl mitradeln und hatte am Ende auch eine gute Radzeit stehen… Die anderen Drei sind alleine, ohne die Jungs, nicht von mir weggekommen. Ich bin sogar wieder zu ihnen hin gefahren aber wegfahren konnte ich ihnen nicht. Eine gegen drei, das klappt leider nicht wenn der Wind von vorne kommt. Ich hab mir dann wirklich überlegt was mir jetzt wichtiger ist, ein sauberes Rennen oder eine gute Platzierung. Ich habe mich für ein sauberes Rennen entschieden (schweren Herzens und ziemlich sauer) und hab deshalb auf dem Rad Zeit und Platzierung eingebüßt. Aber egal. Ich konnte eh nicht meine volle Leistung abrufen, wie ich mir das gewünscht hätte. Auch beim Laufen lief es zwar zügig, aber nicht richtig schnell. Es hat immer der letzte Punsh gefehlt. Dann hab ich mich noch auf meine Uhr verlassen und gedacht, dass ich schneller unterwegs wäre. Das war ein Fehler. Aber an dem Tag kein schlimmer. Viel schneller wäre es nicht gegangen. Naja. Im Ziel standen 4:49 Stunden auf der Uhr. Ich hatte mir weniger ausgerechnet. Natürlich bin ich unzufrieden und enttäuscht, aber ich kann es nicht ändern. War definitiv kein Tag zum Bäume ausreißen. Es kann nicht immer optimal laufen.

Irgendwie scheinen mir dieses Jahr die Mitteldistanzen nicht zu liegen. Ich finde einfach nicht das richtige Tempo. Kraichgau ging ja schon schief und nun auch Walchsee. Auf Sprint und Olympisch lief es echt gut dieses Jahr. An den Start gegangen und ausgekotzt. Langstrecke lief dieses Jahr auch gut :-)) Nur die Distanzen dazwischen. Ich kann sie nicht im Kurzdistanztempo angehen, aber ein Tempo genau zwischen Kurz und Lang zu finden ist mir noch nicht gelungen. Hm.

Für die Challenge Henley-on-.Thames am 18.9 stehen die Zeichen aber nicht schlecht! Ich war wie nach Kraichgau ebenfalls nicht so k.o. wie ich es von einer Mitteldistanz gewöhnt bin. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich in die Tempi von Sonntag weiter schwimmen, radln und auch laufen hätte können. Und wenn es noch 90km Rad und 21km Lauf mehr gewesen wären, hätte ich mich sicher noch um den ein oder anderen Platz nach vorne arbeiten können. Für mich war es am Sonntag einfach zu kurz ;-)) Mal sehen, wie es in zwei Wochen läuft.

Sieben Sekunden fehlten zum Sieg beim ersten reinen Frauentriathlon Deutschlands, dem NordseeWoman in Wilhelmshaven

Ich hab mir gestern mit Imke Schirsch ein heißes Rennen geliefert. Leider habe ich es um sieben Sekunden verloren, aber es hat GROSSEN Spaß gemacht! Als Hauptmann der Reserve und Mitglied der Heeresauswahl Ironman konnte ich aber den Gesamtsieg der Navy-Tri-Cup Wertung gewinnen.

Das Schwimmen im Hafenbecken am Bontekai war nicht schön. Es gab eine Strömung in Verbindung mit so kleinen Kabbel-Wellen. Das war echt schwer zum Schwimmen. Schwer eine saubere Linie zu schwimmen und schwer zu atmen. Außerdem muss ich gestehen, dass ich gerade das Schwimmtraining in den letzten Wochen vernachlässigt habe und deshalb nicht das lockere Wassergefühl wie in letzter Zeit hatte. Naja. Ich bin in der ersten Reihe mit los geschwommen, musste die drei Schnellen aber ziehen lassen. In der Wechselzone konnte ich aber dann schon wieder zwei Plätze gut machen. Leider fehlte mir noch eine Sekunde, sonst wäre ich gleich als Zweite aufs Rad gewechselt, aber da ich schneller aufgesprungen bin und die Schuhe später angezogen habe, war ich gleich Zweite. Nach einer dreiviertel Runde habe ich die Erste überholt. Imke war direkt hinter mir. Ich bin also gefahren was ging, allerdings hat sich nach sechs Wochen Wettkampfpause und zweiter Saisonhälfte auch das Radfahren alles andere als rund angefühlt und der letzte Punch hat gefehlt. Ich bin die Brücke nur von einer Seite im Stehen hoch getreten und nach den Kurven konnte ich nicht voll raus beschleunigen. Es war auch sehr viel Wind auf der Radstrecke. Gemeiner Wind! In der hinteren Runde fuhr man um die Kurve und stand dann voll im Wind. Während ich den Rest der Runde so zwischen 32 und 38 km/h gefahren bin, hatte ich dort nur noch 30 auf dem Tacho. Wahnsinn. Gemein! Und genau dort hatte ich in der dritten Runde plötzlich eine Lücke zwischen uns reißen können. Als ich das bemerkte, hab ich schon versucht diese auch auszubauen. Hat auch funktioniert 🙂 Ich bin mit 30-40 Sekunden Vorsprung vom Rad (Die Ergebnisse sind noch nicht online, ich hab keine Ahnung wie viel es war.). Nach einem schnellen Wechsel bin ich gerade aus der Wechselzone raus, als Imke rein kam. Ich habe mich beeilt, denn ich wollte nicht, dass sie mich noch sieht. Hat aber nichts genützt 😉

Es war eine 4 x 2km Wendepunktstrecke zu laufen. Am ersten Wendepunkt hatte sie schon Zeit aufgeholt, im Zielbereich noch mehr, am Ende der zweiten Runde hat sie mich überholt. Erst hab ich etwas reißen lassen, konnte dann aber doch dran bleiben. Der Abstand blieb lange Zeit gleich, gegen Ende der dritten Runde hab ich gemerkt, dass ich eher wieder ran komme. Also kam die Wettkampfsau endgültig in mir hoch. Fehlende Wettkampfhärte hin oder her. Wenn die Wettkampfsau kommt geht’s rund 😉 In der vierten Runde konnte ich etwas aufschließen. Zum Wendepunkt hinter ging es ganz leicht bergauf, das lag Imke wohl mehr. Zurück lag mir mehr. Um die engen Kurven herum hab ich immer ein oder zwei Meter gut machen können (Sie war nur gute 10 oder 20 Meter vor mir – keine Ahnung, im Wettkampf schaut das immer weniger aus, als es wahrscheinlich war). Am Wendepunkt war ich relativ nah dran, aber sie hat erneut beschleunigt – wieder mehr Abstand. Es hat etwas gedauert, dann kam noch ein Tick mehr Ehrgeiz und ich bin wieder etwas ran gelaufen. Als ich dachte es geht jetzt nicht noch schneller hat Imke noch mal ne Schippe drauf gelegt – und ich auch. Im Prinzip haben wir den ganzen letzten Kilometer lang nach und nach beschleunigt. Und unser Endspurt hat auf der Brücke begonnen, also rund 800m vor dem Ziel. Sie hat sich zweimal nach mir umgedreht und es ist in einem Zielsprint geendet. Da war ich 3-4 Sekunden hinter ihr und hab dann einsehen müssen, dass ich es nicht schaffe. Aber ich hab ihr den Sieg hart gemacht 🙂 Tolles Rennen 🙂 Ich bin echt zufrieden! Außerdem hat Imke letzte Woche noch Challenge Vichy mitgemacht. Das ehrt ihre Leistung. Ich bin glücklich, das wir zwei Pro’s uns da ein so hartes Rennen geliefert haben. Für mich immer noch ein besonderes Gefühl. Außerdem muss ich gestehen, dass es schon richtig Spaß macht, als Erste zu radln, mit dem Polizeimotorrad als Begleitung, als Erste vom Rad zu steigen, in eine komplett leere Wechselzone einzulaufen und als Erste auf die Laufstrecke zu gehen. Ja, ich  muss gestehen, dass macht wirklich Spaß 🙂 Ein tolles Gefühl! Außerdem haben durch die vier mal zwei Runden auch die Zuschauer unseren Zweikampf mitbekommen und uns entsprechend angefeuert. Toll. UND: Da es ein reiner Frauentriathlon war, gab es keine Jungs, die schon vor uns ins Ziel eingelaufen sind, wie das sonst so der Falls ist. Da wird man als Siegerin auch gewürdigt aber nicht soo sehr wie der allererste, der durch ein Ziel rennt. Das ist einfach so. Von dem her war das gestern schon etwas Besonderes! Es war ein gut organisierter Wettkampf, eine schöne und empfehlenswerte Veranstaltung. Heute findet ja der NordseeMan statt – eine Mitteldistanz. Ich mache aber heute Urlaub und gehe jetzt dann auf eine vierstündige Wattwanderung. Das hab ich mir verdient 🙂

GESCHAFFT!!!

6. Platz Damen overall

2. Platz overall Deutsche Challenge Meisterschaft

Schwimmen 58.00 *mist* ;-))

T1 1:51

Rad 5:06:03

T2 1:25

Lauf 3:32:43

Total 9:40:01 *mist* ;-))

 

Was ein Tag! Was eine Zeit! Was eine Platzierung! Ich bin total happy. Das hätte ich nie und nimmer gedacht nach den vergangenen Tagen. Echt nicht, aber heute haben nicht meine Muskeln, sondern mein Kopf gewonnen. Die gute alte Heike. Ich wachse über mich hinaus und hol mehr aus mir heraus, als aktuell drin ist. Ich bin halt eine Wettkampfsau 🙂 Heute wieder bewiesen. In den Beinen hatte ich die 9:40 heute nicht! Aber nachdem das Schwimmen endlich mit neuer Bestzeit ablief und endlich mal die im Training erbrachten Leistungen widerspiegelt und das Radfahren verhältnismäßig locker von statten ging und ich als siebte vom Rad stieg, war klar, dass ich voll auf Angriff laufe. Ich wurde dann recht bald von der Estin Alma Sarapuu überholt. Ich habe aber auch Dagmar Matthes passiert, die leider Magenprobleme hatte. Ich bekam ständig die aktuellen Abstände von meinem Betreuer Markus Steinhüser genannt. Das hat geholfen! Dankeschön!!!! *drück* Ich hatte einen super schönen und kraftvollen Schritt und alles lief rund. Ich hab so viel wie möglich gegessen und getrunken. Einfach rein mit. Denn ohne wird’s auch nichts mit der Zeit. Und ich bin davon ausgegangen, dass die hinter mir aufholen, denn einige davon hatten eine bessere Marathonzeit stehen als ich bisher. Aber dem war nicht so. Am ersten Wendepunkt in Schwanstetten hab ich realisiert, dass der Abstand doch noch recht groß ist und das hat mich gepusht. Zurück Richtung Lände kam ich dann Schritt um Schritt der Estin wieder näher und an der Lände, bei km 21 hab ich sie überholt und von hinten kam zu diesem Zeitpunkt auch niemand. Der Traum von einem sechsten Platz kam langsam auf. Ich musste aber unbedingt das Tempo durchlaufen und es fing bereits an schwer zu werden. Das Stück am Kanal entlang bis nach Eckersmühlen musste ich ganz alleine laufen. Weit und breit war kein Mann, mit dem ich als Schrittmacher ein Stück hätte laufen können. Stattdessen hab ich noch einige überholt. Hm. Es war also nur ich und meine Uhr, die mir das Tempo verraten hat. Oh je, das war schwer. An der Brücke lies ich mir noch mal die aktuellen Abstände sagen und nach hinten war tatsächlich noch keine größere Gefahr. Unglaublich! Aber die Estin war dicht hinter mir. Das hat mich dann komplett gepusht. Die Wettkampfsau… Ich bin gerannt wie blöd. Das Tempo ist zwar auf 5:05 oder so pro Kilometer gefallen, mehr ging beim besten Willen nicht mehr, aber ich war insgesamt nur knapp eine Minute hinter meinem 5er Schnitt Zeitplan. Zurück am Kanal hab ich dann endlich einen Schrittmacher gefunden, zu dem ich im Waldstück aufgelaufen bin. Ich hab ihm gesagt, dass er einen super Schritt hat und den jetzt unbedingt halten müsse, weil er mir dann meinen sechsten Platz rettet und er hat es getan! Er hat mich mitgezogen und sogar angefeuert, nein angeschrien damit ich dran bleibe. Auch der Markus hat kräftig Druck gemacht. Genial! Nummer 260, Manuel, VIELEN DANK!!!! :-)))) Ich konnte bis nach Roth rein dranbleiben. Kurz war ich mal weg, hab mich aber noch mal hingekämpft. Eigentlich war das schon Endspurttempo. Ich hab zu dem Zeitpunkt nicht geglaubt, dass ich das noch bis in Ziel halten kann. Aber mein Kopf halt… Unglaublich…. Bergab und bergan in Roth musste ich dann reißen lassen. Da konnte selbst mein Kopf nicht mehr helfen. Ich hab einfach Krämpfe in den Oberschenkeln bekommen und musste kurz langsamer tun, um überhaupt weiterlaufen zu können. Nach Roth rein hatte ich einfach nur noch Schmerzen, aber ich durfte ja nicht noch langsamer werden! Und da hatte ich zum ersten mal Tränen in den Augen, weil ich realisierte, dass das mit dem sechsten Platz klappt! Auf dem Marktplatz wurde ich dann noch mal frenetisch angefeuert und hatte wieder Tränen in den Augen. Ich habe mir fünf Kilometer lang ausgemalt, nein, vor Augen gehabt wie ich als sechste Dame in diese Ziel einlaufe. Ich sah mich schon, wie ich hineingehe und die Arme hochreiße. Das hat mich angetrieben… Tunnelblick, Kopfkino. Und dann laufe ich endlich in dieses Stadion ein. Hinter mir keine Frau. Ich blicke nach rechts, sehe die Uhr: 9:39:40 und fange zu sprinten an. Warum überhaupt? Ich hab keine Ahnung! Alles, was ich mir ausgemalt habe weg!!! Weg.. Nur diese Uhr. Unter 9:40 bleiben… So ein Schmarrn 😉 Ich laufe um die Kurve und merke dass es eng wird und werde noch schneller. Ich glaube, das war auch einen neue 100m Bestzeit ;-). Also, ich hab die 9:39:59 noch aufblitzen sehen! Und er Markus hat ein Bild, da sind es genau 9:40:00 und ich bin schon durch! Aber die Zeitmessung hat ne Sekunde mehr draus gemacht. Spricht, die Uhr wurde halt einen Tick später angeschalten. MIST! Da versaue ich mir den kompletten Zieleinlauf und schaffe es dann doch nicht. Mist! Wie blöd kann man nur sein… Wegen zwei Sekunden. Aber hey, 9:39! Klar! Der Versuch war es wert… Mist. 58:00 geschwommen. 9:40:01 und meine uralt 10km Bestzeit ist auch ne 40:06. Oh man. *grins* Ja, komisch. Im Ziel war ich gar nicht sooo emotional mitgenommen wie 2005 und 2008 auf Lanza. Ich bin zwar zutiefst zufrieden, ja zufrieden und habe seitdem ein Dauergrinsen auf! Aber keine Tränen mehr, nix. Einfach nur bodenlose Zufriedenheit. ENDLICH HAB ICH ES GESCHAFFT. Ich wusste, dass ich das drauf habe. Das Ergebnis auf Lanza 2010 hat ja auch schon darauf hingedeutet. Alle Trainingsergebnisse haben darauf hingedeutet. Aber das es jetzt endlich mal klappt. Schwarz auf weiß: 9:40. Unter 10. Weit unter 10. Endlich! JAAAAA! Juchuuu! Geschafft! Und dann noch ein sechster Platz. In Roth. Beim Challenge. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach meinem achten Platz 2005 noch einmal auf diesem Podium stehen darf! GENIAL! 1100 Euro Preisgeld! JAAA. Alles richtig gemacht. Pro Lizenz. Super! Ich freue mich sehr auf die Siegerehrung morgen! Sehr, sehr sehr. Noch einmal da oben stehen zu dürfen. Yes!

Und jetzt gehe ich ins Bett. Es ist 1:50 Uhr 🙂 JAAAAA!!!!!! Juchuuu! :-)))