ITU Langdiastanz WM Immenstadt 2010

3. Platz AK 30-35 in 8:18:26.

Zum Rennverlauf: Ich bin aus der ersten Reihe, ganz rechts los geschwommen und gleich nach rechts raus. Ich wollte einfach mein Ding schwimmen, denn auf Lanzarote bin ich ja gar nie in meinen Rhythmus gekommen. Das hat diesmal bestens funktionert! Es lief so gut, dass ich mich entschieden habe, bis zur ersten Boje bei 1,8km alleine rechts neben dem Feld zu schwimmen. Ich dachte, dass sich nach dieser Boje bestimmt alles ändert. Aber um die Boje rum sind sofort alle in eine Pisskurve nach rechts abgebogen. Obwohl die Boje in 400m Entfernung genau vor mir war. Naja, dann hab ich sie schwimmen lassen und bin wieder alleine bis zur Boje. Ein paar wenige haben meinen Weg gekreuzt und sind von rechts nach links rüber gezogen ?!? Zweimal hab ich mich kurz bei jemand hinten rein gehängt, aber beide waren mir ehrlich zu langsam. An der zweiten Boje sind alle in einer Pisskurve nach links. Das Ziel war absolut nicht zu sehen, weil wir gegen die Sonne geschwommen sind. Ich hatte aber so was wie einen Orientierungspunkt und wusste, dass das Ziel etwas rechts davon liegen würde. Und weil es bei mir soo gut lief, bin ich wieder ganz alleine rechts neben dem Feld her geschwommen. Teilweise waren die soweit links von mir, dass ich schon Angst hatte, dass ich falsch bin. Aber dann kam eine Markierungsboje noch ein paar Meter weiter rechts von mir. Da wusste ich, dass alle anderen falsch sind 🙂 Und so bin ich 4,0 km ganz alleine geschwommen. In einem super Rhythmus und so wunderbar gerade, dass ich mich selbst drüber freue! 😉 Kein Linksdrall, kein Rechtsdrall. Wenn es nur immer so wäre… Schon beim ins Wasser gehen hab ich gemerkt, dass der Neo heute besonders gut sitzt. Ich hab auch soo lange rumgezupft. Es konnte also fast nur gut werden 😉 Die Schwimmzeit ist 1:07:04. Hätte ich mir von Anfang an schnelle Beine gesucht, wäre schon noch was gegangen. Aber so hab ich es ehrlich gesagt richtig genossen!

Der Wechsel war mal wieder topp. Zweit schnellste Wechselzeit aller Damen oder so. Wunderbar *freu* Das sind halt so meine kleinen Freuden 🙂 Und das Radfahren ging richtig gut los. Hab mir bevor ich in die Schuhe rein bin schon mal ein PowerBar Gel reingedrückt, um am Kalvarienberg nicht leer zu gehen. Es lief von Anfang an rund. Auch meine Beine waren diesmal nicht zu, wie sonst so oft. Was am Schwimmen lag, denn ich hab mich sehr darauf konzentriert den Bauch anzuspannen um nicht so durchzuhängen und weil ich so gerade aus geschwommen bin, hab ich nur ungefähr jeden fünften Zug nach vorne geschaut und meinen Kopf also nicht so oft hoch nehmen müssen, was meine LWS immer ins Holkreuz zwingt. Es lief also. Allerdings hat mir mein Wattmesser verraten, dass ich gute 15-20 Watt hinter meiner Leistung von Lanzarote liege. Tja, ich weiß schon wo ich die in den letzten Wochen seit Lanza liegen gelassen habe :-/ Ich hab es auch so erwartet! Ganz ehrlich. Woher hätte es denn kommen sollen? Na, egal. Trotzdem lief es rund und viel besser, als ich mir erhofft hätte. Wie in Karlsfeld. Nicht Bestleistungszeiten, aber rhythmisch und rund.

Ab Oberstaufen hab ich mich mit der späteren Siegerin in meiner AK und der Nr. 105 aus Brasilien etwas gekaddelt. Bergauf haben mich beide überholt, bergab hab ich jeden Rückstand wieder weg gemacht 🙂 Wenn die so die Berge runter geheizt wären wie ich, hätten die mir locker 5-10 Minuten abgenommen, aber so… Kein Problem. Ungefähr bei km 80 hatte ich plötzlich einen waaahnsinnigen Cola Hype. Und gleichzeitg hab ich gemerkt, dass es in meinem Magen etwas grummelt. Es war mehr als genug drin! Ich war echt gut mit Verpflegung heute, aber es ist nicht weiter gekommen. Und bei km 100, an der langen Steigung beim Niedersonthofener See ging dann nichts mehr. Ich hatte ein Energie Loch. 🙁 Mich hat so richtig die Kraft verlassen. Die kurzen steilen Dinger wäre ich fast nicht mehr hoch gekommen. Krass. An diesem Berg hab ich von meinem beiden Mitstreiterinnen eine deftige Packung bekommen, die mich dann später auch den Sieg gekostet hat. Da hab ich die entscheidenden Minuten verloren 🙁 Und das ärgert mich, denn beim Radfahren verliere ich selten ein Rennen. Beim Schwimmen, ja, da lasse ich öfter mal Zeit liegen. Beim laufen – oh je, ständig. Aber beim Radfahren? Ich? Nein! Ärgert mich!!! Ehrlich.

Auf der Laufstrecke angekommen hab ich mich sofort mich Cola versorgt. Ich weiß, dass das in dem Fall hilft. Mein Magen fängt wieder an zu verdauen und gibt endlich die Energie aus dem Mehrfachzuckern an das Blut weiter. Manchmal brauch ich aber den Einfachzucker, um das Anzustoßen! Das Insulin oder so. Was weiß ich. Auf jeden Fall was das auch heute so. Mein Rücken hat auch noch gezickt, und die ersten Meter bin ich sehr nach vorne gebeugt gelaufen… Aber das ging dann und nach 2-3km bekam ich wieder Energie und bin in einen schönen, gleichmäßigen, saubern Lauf übergegangen. Toll :-/ Zwei Runden bin ich kontrolliert gelaufen und in der letzten hab ich dann noch mal richtig zulegen können! So richtig, richtig. Auf die nun Viertplatzierte hab ich auf den letzten 8 km 1:30 gut gemacht (hat mir ihr Freund / Betreuer gesagt..) Sauber! Es lag also gar nicht an der schlechten Form oder sonst was. Es war echt nur das Energieloch. Ich bin sogar noch schneller als die Gewinnerin meiner Ak gelaufen. Aber einholen konnte ich sie nicht mehr. Auch die Zweitplatzierte hab ich nicht mehr bekommen. Ging heut einfach nicht. Leider. Grundsätzlich hätte ich es drauf gehabt. Wenn ich wie immer Rad gefahren wäre, hätte nichts anbrennen dürfen. Aber gut, die Form von Lanza hab ich nicht mehr. Hätte ich nicht den Einbruch gehabt, wäre es sich wahrscheinlich ausgegangen. Dann wäre ich vor ihr oder mit ihr vom Rad gekommen und dann hätten wir es ausgelaufen. Und wenn ich dann auch so gelaufen wäre… Naja. Hätte, würde, wenn. Klar. Aber beim Radfahren :-(((( Das schmerzt schon. Erst hat noch die Freude über das tolle Schwimmen und den super Lauf überwogen (2:34:55, abzüglich der ersten paar Kilometer bis die Energie wieder da war – und ab km 20 dermaßen den Turbo gezündet – topp! Einfach topp! Bin ich voll zufrieden mit! Aber bei der Siegerehrung hat dann doch der Frust überwogen. Das ändert sich momentan von jetzt auf gleich.

Naja, hat nicht sollen sein heute. Nun heißt es volle Regeneration bis Wiesbaden. Schließlich muss ich in 14 Tagen einen 70.3 machen 🙂 Hehe. Könnte tatsächlich klappen. Wie gehofft, sind 30 km nicht ganz so schlimm. Erst ab km 30 fängt die Zerstörung wirklich an. Ich kann schon fast normal laufen und Treppen steigen. Des wird scho in zwei Wochen! Und wenn ich mit wehenden Fahnen untergehe, dann hab ich es wenigstens mal ausprobiert, wie das so ist, alle zwei Wochen einen Wettkampf jenseits der Kurzdistanz zu absolvieren – schließlich ist das ja heute das Normalste der Welt….

Karlsfelder Triathlon

Zweiter Platz hinter Yvonne Rüger-Krömker. Das allerdings mit einem Rückstand von 7 Minuten und 56 Sekunden 🙂 Darf hier ruhig erwähnt werden. Stört mich auch gar nicht. Erstens ist die Yvonne von Haus aus schneller als ich und zweitens hat sie in drei Wochen ihren Saisonhöhepunkt und ist damit fit wie ein Turnschuh. Drei Wochen vor Lanzarote war ich auch spritziger und fitter. Trotzdem hätte es nie im Leben gereicht um sie auch  nur zu gefährden. Das ist klar! 🙂

Ist mir aber auch ganz egal, denn ich bin einfach nur froh, dass es bei mir von Anfang an rund gelaufen ist! Wirklich rund! Und das bei aktueller Lage. Ich hab mich seit Lanzarote leider nicht so gut regeneriert wie erhofft. Es läuft nicht so gut und ich finde einfach meinen Trainingsrhythmus nicht. Tausend Gründe… Dementsprechend skeptisch bin ich gestern ins Rennen gegangen und konnte nur hoffen, dass es trotzdem gut läuft. Denn aus der Vergangenheit weiß ich, dass ich manchmal gerade an solchen Tagen richtig gut bin. Manchmal aber auch nicht 😉 Und so hätte es auch gestern grandios in die Hose gehen können und ich hätte genau gewusst warum. Also war ich skeptisch. Berechtigter Weise 🙂

Das Schwimmen war aber dann schon genial. Ich bin losgestürmt und war gleich unter den ersten. Erst war ich Zweite, dann kam von rechts noch ein kleiner Haufen und zwei überholten mich. Ab der ersten Boje waren wir zu viert oder fünft, die Yvonne weit vor uns. Hey, was will ich mehr als im ersten Verfolgerfeld aus dem Wasser zu kommen und zu wissen, dass die gesamte Startgruppe hinter mir ist? Geiles Gefühl! Endlich ein gutes Schwimmen!

Radfahren war wunderbar. Ebenfalls von Anfang an ein guter Rhythmus. 36,7 km/h. Ich war neugierig, hab am Ende der Radstrecke extra auf dem Tacho herum gedrückt ;-)) Wunderbar!

Laufen, oh je. Ich bin genau mein Tempo losgelaufen. Am ersten Wendepunkt hab ich gemerkt, dass die Kristina Brandl näher gekommen ist. Beim Radfahren hab ich ihr etwas davon fahren können, aber schon auf 2,5km hat sie das wieder reingelaufen. Na gut, das wird wohl nichts werden. Die nächsten 2,5km bin ich eigentlich in meinem Tempo weitergelaufen. Im Stadion war sie dann noch ein Stück näher dran, aber sie hat mich noch nicht eingeholt. Ok nun bin ich also immer noch Zweite und möchte das auch bleiben! Die Kristina ist nun schon 5km schnell gelaufen, um mich einzuholen. Ich hab mein Ding gemacht, also sollte ich jetzt mal etwas zulegen können. Gedacht, getan. Ich konnte das Tempo leicht hoch schrauben. Am zweiten Wendepunkt war sie noch ein Stück näher gekommen, aber hatte immer noch nicht überholt! Wir sind uns schon innerhalb der Verpflegung  begegnet! Was werden das gewesen sein? Hm, naja, 20-30 Sekunden? Ich hab sie angeschaut und ihr zugerufen „jetzt laufen wir es aus!“ Ich weiß nicht, ob sie es gehört hat (aber ich hoffe es natürlich – sorry, war halt Wettkampf und ein bisschen taktisches Geplänkel muss halt auch sein.) Und dann bin ich an mein Limit gegangen. Jetzt erst mal klar machen, dass ich ihr davon laufen kann. Wenn sie bei so kurzem Abstand gemerkt hätte, dass sie sich noch ransaugen kann, hätte ich es wohl nicht mehr geschafft. Aber wenn sie merkt, dass ich ihr davon laufe, dann steckt sie vielleicht auf. 😉 Zumindest waren das so meine Gedanken, wer weiß, was sie sich in dem Moment gedacht hat. Also, so kam es dann auch. Ich konnte ihr davon laufen! Juchuu! Laufen ist ja nicht so mein Ding und ich muss zugeben, sie hat echt schnell ausgeschaut! Hat mir sogar noch eine Bekannte danach gesagt, dass sie den selben Eindruck hatte. Also, wie soll ich die in Schacht halten? Dementsprechend happy bin ich, dass es sich ausgegangen ist! Es war ein toller, fairer Wettkampf. Und es bewahrheitet sich mal wieder: Es muss gar nicht der erste Platz sein. Eine einzige Konkurrentin reicht, um einen tollen Wettkampf zu haben! Mir zumindest.

Ironman Lanzarote

12. Platz gesamt, 10. Platz Pro Damen, 10:48:49. Sw 1:01:37, T1 4:02, R 5:50:37 :-), T2 3:53, L 3:48:41.

Und das Beste: Innerhalb der 8% Regel! D.h. 500 Euro Preisgeld für den 10. Platz!!! Jippie! Top Ten (zumindest bei den Pros) und Preisgeld. Zwei Ziele erreicht. Nur das Schwimmen versaut und beim Laufen wieder mal eingebrochen. Und ich weiß diesmal gar nicht warum. Eigentlich hat alles gepasst. Keine Ahnung. Kotzt mich schon an. Hätt sich ja mal bis zum Schluss ausgehen können, wenn es schon so gut läuft. Naja. Trotzdem. Eine geile Radzeit – Grüße nach Istrien!!! Und die zwölft beste Zeit aller Frauen, die am Start waren. Und dann noch 500 Euro verdient. Geil! 🙂
Ich möchte mich auch noch bei euch allen für die zahlreichen Mails, SMS und Anrufe vor und nach dem Rennen bedanken! Erstens freut es mich wahnsinnig, wenn ich merke wie viele Leute an so einem Tag an mich denken 🙂 Und zweitens hilft es durchaus im Kampf gegen die Uhr. Zu wissen, dass der ein oder andere daheim vorm Live Ticker sitzt und ungeduldig auf die nächste Rundenzeit wartet… Von der Endzeit ganz zu schweigen. Also, das hat mich auf meinen letzten Kilometern sehr motiviert! Ich war nie ganz alleine da draußen…

Und hier der ausführliche Bericht: Ich bin richtig schlecht geschwommen. Ich verstehe es einfach nicht. Ich war, was das Schwimmen anbelangt, so zuversichtlich, dass es klappen könnte. Im Becken ging es zuletzt so gut und schnell wie noch nie. Also hätte ich wenigstens eine kleine Verbesserung erwarten können. Aber es läuft halt auch nur an guten Tagen richtig schnell im Training. Die schnelle, gute Technik ist einfach noch nicht automatisiert und lässt sich im Gedrängel, mit Kinnhaken und Schlag auf die Brille, etc. nicht umsetzten. Richtig ins Schwimmen bin ich auf den letzten 700m gekommen. Der Rest war einfach nur wildes Geplantsche 🙁
Ich hatte dann erst mal einen moralischen Knacks auf dem Rad. Ich hab zwar schnell gewechselt und bin zügig los geradelt, weil ich ja wusste, dass der Tag noch lang ist. Aber ich war echt moralisch angeschlagen. Ich hab aktiv versucht die negativen Gedanken auszublenden. Aber etwa zwei Minuten später hab ich mich ertappt, wie ich wieder mit mir gehadert habe. Wahnsinn. Hat eine Zeit lang gedauert, bis ich da raus war und meinen Tritt gefunden hatte. Und bis dahin wurde ich schon von zwei Frauen überholt und später dann noch mal von Zweien. (ungewohnt…) Die waren echt zügig. Allerdings immer nur bergauf! Bergab bin ich dann wieder an ihnen vorbei geflogen. Aber aufgrund der langen Anstiege sind sie mir davon gefahren. Hm. Erst hatte ich nicht den gewohnten Druck beim Bergauffahren. Außerdem hatte ich sechs Stunden lang Rückenschmerzen. Zum Teil stechend und so schlimm, dass ich unmittelbar mit einer ISG Blockade gerechnet habe. Das Schwimmen… Eine Stunde im Neo, im Holkreuz, mit ständigem Kopf nach vorne oben nehmen und dadurch noch mehr ins Holkreuz gehen zu müssen, das geht einfach noch nicht. Genau so war es ja auch in Hawaii, aber da war ich ja akut angeschlagen. Heut war ich eigentlich seit drei Wochen oder so vollkommen beschwerdefrei. Aber eine Stunde Neoschwimmen geht nicht (auch im Training spüre ich das). Naja, die hab ich so gut es geht ignoriert. Bin oft am Oberlenker gefahren, auch schon bei 20km/h, wenn nicht unmittelbar Gegenwind war. Ein paar mal Dehnen und ein paar mal Zähne zusammen beißen und tief auf den Auflieger legen weil starker Gegenwind. Aua! Aber es hat gehalten!
Ich hatte also keinen richtigen Druck an den Bergen. Aber ich bin vom Gefühl her richtig locker und rund hochpedaliert, mit fast 90 Trittfrequenz. Und die Wattzahlen waren auch über 200. Also vom Gefühl her war ich richtig gut und rund unterwegs. Deshalb hab ich die dann ziehen lassen und versucht wie vor zwei Jahren voll mein Ding durchzuziehen. Hab mir immer wieder gesagt „Geduld haben, Geduld haben.“ Zwischendrin hab ich natürlich des Öfteren gezweifelt ob diese Strategie wirklich aufgehen wird. Naja, also nach 5:50 Stunden hat sie es!!!! Drei der vier Mädels hab ich in bzw. kurz nach der Abfahrt vom Mirador del Rio stehen lassen. Ja, stehen lassen. Die eine schon einmal in den Serpentinen vom Mirador del Haria runter :-))) *sorry* Hey, im Training würde ich NIE so abfahren!!! Ich bin einfach sooo eine Wettkampfsau. Ich bin echt Harakiri runter gefahren! GEIL! :o)) Das hat Spaß gemacht! Ja! Naja, und bei Rückenwind und 1-3% Steigung von Arrieta bis Tegesuite und dann von Teguise bis Conil. Mensch, da bin ich einfach ein Rolleur par excellance!!! Echt. Ich hab keine Ahnung, warum es da so gut bei mir läuft, aber da lass ich Mädels und Jungs hinter mir. Wahnsinn 🙂 Also, bis zur Wechselzone hatte ich alle wieder 🙂 Meine Strategie des Geduld habens ist tatäschlich aufgegangen und nicht nur das! Ich musste nicht wie vor zwei Jahren die letzten 20km richtig drücken, sondern ich bins einfach ‚locker’ heimgefahren. Ich hatte SUPER Beine! Fast nichts tat weh. Es war einfach perfekt.
Der Wechsel lief gut. Ich bin für meine Verhältnisse zügig und total locker losgelaufen. Und schon auf dem ersten Kilometer wurde ich von allen Dreien plus Hillary Biscay, die ich anscheinend überwechselt hatte, überholt. Nein, stehen gelassen 😉 So wie ich sie auf der Radstrecke stehen gelassen habe. Also, die sind dermaßen schnell an mir vorbei, dass ich keinerlei Gedanken daran verschwendet habe mein Tempo auch nur um einen Schritt zu erhöhen. Entweder die kommen so durch, oder nicht, aber dem kann ich nichts entgegen setzen. Sie sind dann auch alle durch gekommen. Und in was für Zeiten! Respekt… Einzig Hillary Biscay wäre noch eine Zeit lang in Schlagweite gewesen.
Die erste große Runde lief ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Locker, leichtfüßig, zügig. Super! Ab km 20, naja, 25 ging es dann rapide bergab. Meine vorderen Oberschenkel wurden hart, härter, steinhart, ein falscher Schritt und ich hätte Krämpfe bekommen.. Aua! Dementsprechend konnte ich mein Tempo nicht mehr halten. Ich habs wirklich versucht. Hab ständig hin und her gerechnet, wie viel Vorsprung die Erstplatzierte vor mir hat. Hinter mir kam längere Zeit nichts, also quasi keine Gefahr von Hinten. Also nur nach vorne schauen, gegen die Uhr laufen. Erst hab ich mal geschätzt, dass die erste rund 6km Vorsprung hat. Das wären bei einem 5er Schnitt ja nur 30 Minuten, also noch in der 8% Spanne. Aber als ich dann mal meine Runden gestoppt hatte, und bei 33 Minuten für eine halbe war, da hab ich dazu gezählt, wie lange ich zu dem Punkt brauche, als ich die Erste zuletzt sah. Und da hab ich eigentlich nicht mehr dran geglaubt, dass es reichen könnte. Zuletzt war meine Motivation, wenigstens noch eine 3:4xer Zeit zu machen. Ich hab gekämpft. Ich hatte so harte Oberschenkel und solche Schmerzen. Ich hab schon größere Schmerzen ausgehalten und einfach weiter gelaufen, aber da das Preisgeld vermeintlich weg war und von hinten niemand kam, war es heute nicht ganz so leicht nur noch gegen die Uhr zu laufen. Trotzdem wollte ich nicht wieder eine 3:5x Marathonzeit. Ich kanns doch schneller…. :-/ Das hat mich ehrlich gefrustet. Es lief so gut und dann wieder so ein Einbruch. Hat es was mit den Rückenschmerzen zu tun? Bestimmt. Aber eigentlich machen meine hinteren Oberschenkel zu. Damit hab ich ja irgendwie gerechnet. Aber die vorderen? Keine Ahnung. Zu schnell angegangen? Vermutlich, aber vom Gefühl her echt locker. Das kann gar nicht zu schnell gewesen sein. Verpflegung war auch einwandfrei. Was ich heut gegessen und getrunken habe! Mein Magen war richtig gut heute. Klar war es richtig heiß und bei Hitze kann ich ja eigentlich nicht so gut. Aber es gab kalte Getränke, Eis, kalte Cola, kalte Schwämme. Ich konnte mich wirklich gut kühlen. Hab es deshalb nicht als so heiß empfunden. Bis auf ein paar Stellen, wo die Gluthitze echt zwischen den Hotels stand. Naja, trotzdem wird es das wohl gewesen sein. Auf der ersten Hälfte des Marathons doch zu wenig getrunken. Aber nein, eigentlich nicht. Ich hatte ja sogar schon einen Wasserbauch. Egal. Ich weiß es nicht :-/ Das ärgert mich. Im Moment überwiegt noch etwas die Enttäuschung, aber die Freude über den 12. bzw. 10. Platz und das Preisgeld gewinnt immer mehr die Oberhand.
Trotzdem werde ich da morgen bei der Siegerehrung nicht ganz freudig oben stehen, denn eigentlich bin ich ja 12. und ich bin ja dafür, dass die ersten Zehn als beste Zehn geehrt werden. Vielleicht machen sie das ja sogar, weil die Zweitplatzierte ist ja eine Agegrouperin aus der AK 20-25 oder so…. Wahnsinn, oder? Also müssen alle andern Pro Damen ja auch ein schlechtes Gewissen haben… Falls sie es tatsächlich so machen würden, wäre ich natürlich erst mal fürchterlich enttäuscht, aber die Gerechtigkeit würde siegen! Und ich würde es den beiden gönnen. Sie waren schneller als ich und somit gehören sie auf die Tribüne. Preisgeld hin oder her. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich Zehnte von zehn Profidamen geworden bin. Zwei mussten aufgeben und mehr waren dann letztlich nicht am Start. So viel Realismus muss schon sein…. Und das ist mir durchaus sehr bewusst, dass das so ist!
Naja, was solls. Ich hab mich angestrengt und mein Bestes gegeben, was heute möglich war. Ich hab nicht aufgesteckt und nicht aufgegeben. Bis aufs Radfahren lief es wie immer: mittelprächtig. Trotzdem kann ich mit der zwölften Tagesbestzeit mehr als zufrieden sein! Wenn ich nur daran denke, wie viele Männer ich hinter mir gelassen habe und wie viele nicht im Stande sind, eine 10:48 zu laufen. Des passt also scho!
Jetzt wird erst mal regeneriert und dann freu ich mich schon auf die nächsten Wettkämpfe und ganz besonders auf Immenstadt. Das ist doch ein gutes Zeichen!

Morgen ist es soweit

Sooo, nun ist es fast soweit! Es ist jetzt Freitag, 10:39 Uhr. Nur noch 20 Stunden und 21 Minuten. Bin ich aufgeregt? Ja, jetzt wieder 🙂 Gestern war ich noch im Urlaubsmodus. Aber seit ich dieses blaue Athletenarmband umhabe. Ich weiß nicht. Da war mir klar, dass es jetzt soweit ist 🙂 Während ich diese Zeilen schreibe habe ich schon so ein Gegrummel im Bauch. Schmetterlinge. Die hab ich jedes Mal, wenn ich dieses Armband anschaue und dran denke. Dann geht quasi vom Arm aus so ein warmes Gefühl bis zum Magen und da grummelt es dann 😉 Ach, schön! Ich hab einfach zu lange keinen großen Wettkampf mehr gemacht. Ein Jahr ohne Langdistanz geht gar nicht! Und überhaupt hab ich ja nur drei Wettkämpfe plus das Schwimmen in Norwegen gemacht. Das ist einfach zu wenig für eine Wettkampfsau wie mich! ;-))
Hier freue ich mich über jede Kleinigkeit. Über das Armband, über die Aufkleber auf dem Helm, über die Wechselbeutel. Von allem hab ich Fotos gemacht, die ihr in der Galerie betrachten könnt 😉 Wie beim ersten mal. Naja, beim zweiten mal 😉 Gestern noch alter Hase, heute aufgeregtes Huhn! LOL. Schön!!! So muss es sein! Genau so! Wenns mal nicht mehr so ist, dann hör ich damit auf oder mach eine Pause ;-))
Ganz besonders freue ich mich über meine Startnummer. „PRO“ Oh je. Da ist mir aufgefallen, dass ich überhaupt zum ersten mal als Pro an den Start gehe! Letztes Jahr hab ich ja keinen gemacht. Und in Norwegen gabs da keine Unterschiede. Ok, in Kraichgau war ich auch als Pro am Start, aber das war was anderes. Oder ist schon zu lange her? Weiß nicht. Auf jeden Fall ist mir das „Pro“ gleich aufgefallen und ich hatte erst mal Bauchgrummeln ;-))
Ich starte ja als Pro, weil ich mich letztes Jahr im Juni schon für Lanzarote als Pro gemeldet habe, nachdem ich den Wettkampf 2009 schon im Februar abgesagt hatte. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Ironman Pro Membership. Damals musste ich noch in 8% der Zeit der Zeitplatzierten ankommen, um Preisgeld zu bekommen. Für den 10. Platz gibt es bereits 500 Euro. Da lachen jetzt vielleicht einige drüber. Für mich ist das viel Geld. So viel, dass es sich lohnt als Pro zu starten. Die Reisekosten wären schon mal drin und für ein leckeres Abendessen hätte es auch noch gereicht… Der 10. Platz in 8% der Zweitplatzierten war absolut realistisch. Und dann kam ja die IM Pro Membership im November. Und jetzt muss ich in 8 % der Erstplatzierten ankommen, was zur Folge hat, dass sogar namhafte Pros bei diversen Veranstaltungen auf dem dritten oder vierten Platz leer ausgehen (Frechheit!). Also hab ich mir überlegt was ich tun soll. Als Agegrouper starten? Aber nach Hawaii möchte ich gar nicht. Ich würde lieber als Top Ten geehrt werden, falls ich das schaffe. Also starte ich für die Ehre und dafür, als Top Ten geehrt zu werden. Denn als Agegrouper hätte ich das ganze Rennen gewinnen können und würde nicht als Top Ten, sondern „nur“ als Gewinnerin der AK 30-35 geehrt werden (Frechheit!). Naja, lange Rede kurzer Sinn. Inzwischen hab ich nachgerechnet. Wenn der erste Platz in 9:55 weg geht, dann würde ich mit 10:42 noch in den 8% bleiben! (zumindest hab ich das drei mal so gerechnet und mich hoffentlich nicht verrechnet!!!). Wenn ich also richtig fix bin und alles gut geht, könnte ich das gerade so schaffen. Allerdings wird es verdammt eng. Lieber würde ich ja um 10 Minuten dran vorbei laufen. Kein Problem! Bitte bloß nicht um ein oder zwei Minuten an 500 Euro oder mehr vorbeischrammen. Das wäre mein einziger Wunsch! Klar vorbei oder grad so drin. Also werde ich mich wirklich, wirklich beeilen…
So, und jetzt mache ich weiter. Ich geh jetzt radln, dann Mittagessen, dann zwei, drei Stunden rumliegen und was schönes anschauen. Kaffee und Kuchen (heute ist das erlaubt! ;-)) Dann nach Puerto del Carmen, das Rad abgeben. Danach noch mal 1000m schwimmen, Abendessen und das war es! Puh! Drückt mir die Daumen….