TriStar Attersee-Salzkammergut am 3. Juni 2012

Dieses Rennen wird leider nicht in die glorreichen Analen meiner Sportgeschichte eingehen. Was die Platzierung anbelangt kann ich nur sagen: Klagen auf höchstem Niveau. 7. Platz gesamt – 4. Platz FPRO. DAS IST GUT! Hallo? Aber klar, es wäre mehr drin gewesen, deshalb kann man als Sportler nicht zufrieden sein.

TriStar Attersee-Salzkammergut 2012

TriStar Attersee-Salzkammergut 2012

Mein Material war Top. Das neue Rad, die Scheibe, der neue Neoprenanzug. Alles vom Feinsten. Leider war das Material am Sonntag besser als meine Beine (und Arme). Ich war vom Training und einer arbeitsreichen Woche nicht richtig ausgeruht. Bei km 90 der Radstrecke ist mir die Kraft ausgegangen um das hohe Tempo halten zu können. Das liegt mitunter auch daran, dass die richtig langen und harten Einheiten jetzt erst kommen. Bis Roth rührt sich da noch einiges – versprochen! 🙂

Beim Schwimmen fehlt mir die Schnelligkeit, das letzte Quäntchen Wassergefühl und die Tempohärte. Ich laboriere seit Ende Januar mit einer entzündeten Sehne in der Schulter herum. Mal ist sie besser, mal schlechter. Mal konnte ich normal Schwimmen trainieren, dann musste ich wieder für mehrere Tage aussetzen.  Seit Istrien bin ich keinen einzigen Meter Delphin oder Paddles geschwommen. Ich habe schon zwei Spritzen bekommen und bin bei Brigitte Schmailzl in besten physiotherapeutischen Goldhänden. Seit der letzten Behandlung und dem umfangreichen Kinesiotaping bin ich nun schmerzfrei. Ich gehe also mal davon aus, dass es momentan gut ist und werde die nächsten Wochen ordentlich Tempo bolzen. Mal sehen, ob sie dann wieder weh tut – aber das muss ich jetzt riskieren.

Mit dem Laufsplit kann ich nicht zufrieden sein. Da war ich einfach k.o. Es hat sich zügiger angefühlt, aber ne 46 auf 10km mit zwei Steigungen ist jetzt nicht wirklich flott. Ok, das kann ich schneller, also abhaken, vergessen.

Der Wettkampf ist wunderschön. Die Radstrecke ist ein Traum. Ich bin so begeistert, dass man in Österreich einfach mal die Bundesstraße um einen See herum teilweise sperrt. In Bayern ja mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit. Schön, dass es so was noch gibt! Dafür stehe ich gerne um 4:45 auf!

Allen IstriaBikern sei gesagt: Barbara hätte mich am Sonntag geschlagen. Sie war definitiv besser drauf – vor allem beim Schwimmen. Sau stark! Aber sie hat eine nur bedingt gerechtfertigte Zeitstrafe wegen Windschattenfahren bekommen. Ich denke, die hätte alle ProDamen an dem Tag treffen können. Verdient hätten sie aber definitiv Andere!

Wir hatten leider keine Chance auf ein faires Rennen. Viel zu viele riesengroße Gruppen in genau unserer Leistungsklasse. Wenn man nicht aktiv bremst oder wirklich bedeutend Zeit liegen lässt, bis eine große Gruppe so weit enteilt ist, dass man auch in den Ortschaften und an Wellen nicht automatisch wieder drauf fährt, hat man bei diesen Gruppengößen keine Chance.  Und wenn dann noch im vorderen Drittel der Gruppe eine Konkurrentin (nicht Pro) dreist mitrollt, fällt es brutal schwer, die Beine hoch zu nehmen und abzuwarten. Zumal man um eine Gesamtplatzierung kämpft. Vor allem, wenn man schon zwei Gruppen passieren hat lassen und einen Zeitverlust durch das faire Fahren in Kauf genommen hat.

Es war absolut spaßfrei! Und vermeidbar. Ich gebe zu, oder habe es nun selbst erlebt, wenn eine Gruppe erst mal so groß ist, hat man kaum eine Chance nicht mitzufahren. Durch die unterschiedlichen Fahrweisen, in den Kurven, an den Wellen, durch Ortschaften, durch Verpflegung usw. ist man immer wieder dran. Außer es herrscht Windkante oder es geht lange gerade aus. Aber ich bin und bleibe fest davon überzeugt: So weit muss es gar nicht erst kommen. Wenn Athleten, die überholt werden, nicht versuchen würden sich rein zu hängen, sondern einfach ihr Rennen weiterfahren würden. Oder, wenn an den Wellen nicht mit aller Gewalt versucht würde, den Ziehharmonikaeffekt durch hartes wieder an die Gruppe fahren zu minimieren. Oder, wenn nicht jede sich ergebende Lücke, weil man versucht die vorgegebenen 10m Abstand einzuhalten, unmittelbar durch den hinter einem Fahrenden aufgefüllt würde…. Wenn also kurz gesagt, die Chancen auf ein faires Rennen genutzt würden, anstatt die Chancen zu ergreifen um sich einen Vorteil zu verschaffen, würde es nicht zu so großen Gruppen kommen.

Und Freunde der Nacht, gebt nicht dem Veranstalter oder der Streckenführung die Schuld daran! Schuld ist jeder einzelne Athlet selber. Wir müssen uns an die Regeln halten. Wir müssen aktiv versuchen, NICHT zu draften. Nicht der Veranstalter muss für hügelige und kurvige Strecken sorgen oder doppelt so viele Wettkampfrichter einsetzen. Wir müssten auch ein faires Rennen haben können, wenn kein einziger Wettkampfrichter vor Ort wäre! Denkt mal drüber nach…

So bleibt mir ein wunderschöner Wettkampf leider mit einem sehr faden Beigeschmack in Erinnerung und die Freude am Triathlon hat einen Knacks bekommen. Schade drum!

Ein Gedanke zu “TriStar Attersee-Salzkammergut am 3. Juni 2012

  1. Wie war doch gleich, mit dem frühen Vogel…
    Tja, junge Dame nicht immer ist ein Sieg drin. So wie du das siehst ist ja in Ordnung. Ich kanns nicht nachvollziehen, weshalb man nicht fair bleibt/bleiben will.
    Bei uns ist KEIN dolles Wetterchen zu erwarten. Schade !!! Der Himmel weint, weil du nicht startest :))
    So so, ein neues Radl gab und einen neuen Neopren..

    Jetzt werd ich dir wieder die Daumen drücken….

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