I’m in UK!

Endlich bin ich da! Was eine Anreise! Alles hat so gut begonnen, aber dann. Bin pünktlich um 04.45 aus Bonn losgefahren, wo ich meinen Gecko in Langzeitpflege gegeben habe. Bis 20 km vor Brüssel lief alles reibungslos. Nix los um die Uhrzeit. Aber dann bin ich in ein Stauende gefahren. Ein LKW hat in der Nacht Sand verloren. Da ich im Radio kein Wort verstanden habe, wusste ich davon natürlich nichts. Ich hätte wohl vor der Fahrt den ADAC befragen sollen, aber wer denkt denn an so was? Das Ganze hat mich 2,5h gekostet! Meine Fähre konnte ich kostenlos von 10 Uhr auf 12 Uhr umbuchen, aber alleine die Anrufe deshalb von Belgien aus. Ich will’s gar nicht wissen. Erst zweimal nach UK, wo ich nach jeweils 1,5 Minuten Ziffern drücken um an die richtige Stelle zu kommen erfahren habe, dass das Büro erst ab 8.00 Uhr besetzt ist und um 8.20 Uhr sagte mir das der Computer auch noch mal… Und dann nach Frankreich direkt zum Fährterminal. Aber zumindest war die Umbuchung problemlos.

Ich bin ohne Pause von 04.45 bis 11.16 durchgefahren. Ein zweiminütige Pinkelpause MUSSTE ich einlegen… Um 11.15 hätte ich da sein müssen, für die 12 Uhr Fähre. Ich habe es also gerade so geschafft. Hoffentlich bin ich nicht geblitzt worden. Gerast bin ich deshalb nicht, weil ne 200 Euro Strafe oder so im Ausland wäre es dann auch nicht wert gewesen. Dafür hätte ich vier neue Fährüberfahrten bekommen… Aber ausgereizt hab ich es schon 🙂

Auf dem Parkplatz vor der Fähre angekommen hab ich in windeseile erstmal Salat gemacht. Ich bin ja auf Eiweißdiät vor dem Rennen. Also was schnell unter der Fahrt essen? Ich hatte sooo Hunger! Ne Banane hab ich gegessen. Da waren die Speicher eh schon so leer, dass das glaub ich nichts ausmacht… Um 12.15 Uhr, mit 15 Minuten Verspätung ging es dann endlich los. Der Zeitplan war im Eimer, das Schwimmtraining, dass ich am Sonntag wegen akuter Faulheit nach vier Tagen Packmarathon auf Montag verschoben habe war somit schon wieder gestrichen. Aber diesmal wenigstens aufgrund höherer Mächte.

Auf der Fähre hab ich mich dann meinen UK Führer und dem South-West-Coast-Path Führer gewidmet und den Startpunkt meiner fast drei wöchigen Wanderung festgelegt. Ich werde bei Tintangel Castel anfangen, dem Schloss von König Arthur und der darunter liegenden Höhle, die Merlin bewohnt haben soll! Und auf dem Weg dahin (noch mit dem Auto) werde ich mir Stonehenge anschauen. Wahnsinn! Ich werde vor diesen berühmten Steinen stehen! *freu* Ich habe schon bei meiner Radwanderung durch Irland vor acht Jahren jeden Steinkreis und jede keltische Kultstätten besucht. Ach, da kommen mir wieder die schönen Erinnerungen an Newgrange, an Skellig Island, and den Giant Causeway, ……..

Aber zurück in die Realität. Der Anreisehölle noch nicht genug, mussten wir drei Stunden auf der Fähre warten, bevor wir in den Hafen von Dover einlaufen durften. Über Irland und England wehten gestern die heftigsten Stürme seit 15 Jahren (In England verstehe ich die Nachrichten und Verkehrsnachrichten ja wieder…) Deshalb war der Hafen gesperrt. Mit uns drehten noch vier bis sechs andere Fähren Warteschleifen vor Dover. Unglaublich. Wenn Eine eine Reise tut… Das hat mich aber nicht mehr gestört. Ich habe meinen Laptop angeschalten und erfreut festgestellt, dass ich WLAN habe. Eigentlich wollte ich ne schöne DVD anschauen, hab mich aber dann der Arbeit gewidmet, die ich daheim nicht mehr geschafft habe.

Ich weiß gar nicht, um wie viel Uhr wir von der Fähre runter kamen. Es waren 2,5 Stunden Verspätung. Um London bin ich dann natürlich noch mal in einen Stau gekommen, weitere 40 Minuten. Den habe ich aber umfahren. Keine Lust mehr!!!! Um halb acht Uhr Ortszeit war ich endlich hier auf dem Campingplatz… Nur noch aufbauen und endlich Essen kochen! Glückliches Putenfleisch vom Bauernladen in Geretsried mit Blumenkohl. Lecker! Ich glaube, fünf Minuten danach bin ich eingeschlafen. Zumal ich die zwei Nächte zuvor nur jeweils vier Stunden geschlafen habe. Am Samstag bin ich erst um 21:30 Uhr in Einöd los gekommen (Packmarathon für drei Monate Abwesenheit… Was das für das geplante und sieben Tage vor einer Langdistanz notwendiges Training/Bewegung bedeutet muss ich wohl nicht erwähnen?) Um 02:30 Uhr war ich in Bonn. Der Perfekte Plan! Von Einöd nach Bonn (600km), einen Tag Pause und dann weiter nach Henley (600km mit 2h Pause auf der Fähre). Perfekt, oder? Leider hat am Sonntag um 07.30 Uhr die NADA an der Tür geklingelt. Nach fast genau vier Stunden Schlaf. Und am Montag bin ich schon um 04.00 Uhr aufgestanden. Tja, so ist das Leben. Hart und grausam! Eines der Härtesten 😉

Aber wenn man es mal genau betrachtet. Nun bin ich hier. Es ist schön hier! Sehr schön! Und schon in einer Woche hab ich meinen insgesamt zehnten Ironman gemacht und schaue mir Stonehenge an und wandere einen Tag später los. Dafür haben sich die Mühen von gestern gelohnt! Viele Grüße aus UK!

Ein Gedanke zu “I’m in UK!

  1. Servus Heike,
    da beneide ich dich: STONEHENGE ist ja ein faszinierendes Reiseziel. Das würde ich mir auch gerne mal ansehen. Ich finde der Steinkreis ist einfach nur der Hammer…
    Bisher konnte ich nur einen lang gehegten Traum verwirklichen: die Besichtigung der Cathedrale von Chartres. Wenn man sich überlegt zu welcher Zeit und mit welchen Mitteln da gebaut wurde: alle Achtung. Wir sind am Sonntag surch den Schwarzwald gedüst, hatten suuuuuper tolles Wetter und eine Menge Spaß.
    Meine Daumen sind gedrückt, wie immer.

    Eine erlebnisreiche Zeit mit vielen tollen Momenten
    wünscht
    Helmut

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