Sieben Sekunden fehlten zum Sieg beim ersten reinen Frauentriathlon Deutschlands, dem NordseeWoman in Wilhelmshaven

Ich hab mir gestern mit Imke Schirsch ein heißes Rennen geliefert. Leider habe ich es um sieben Sekunden verloren, aber es hat GROSSEN Spaß gemacht! Als Hauptmann der Reserve und Mitglied der Heeresauswahl Ironman konnte ich aber den Gesamtsieg der Navy-Tri-Cup Wertung gewinnen.

Das Schwimmen im Hafenbecken am Bontekai war nicht schön. Es gab eine Strömung in Verbindung mit so kleinen Kabbel-Wellen. Das war echt schwer zum Schwimmen. Schwer eine saubere Linie zu schwimmen und schwer zu atmen. Außerdem muss ich gestehen, dass ich gerade das Schwimmtraining in den letzten Wochen vernachlässigt habe und deshalb nicht das lockere Wassergefühl wie in letzter Zeit hatte. Naja. Ich bin in der ersten Reihe mit los geschwommen, musste die drei Schnellen aber ziehen lassen. In der Wechselzone konnte ich aber dann schon wieder zwei Plätze gut machen. Leider fehlte mir noch eine Sekunde, sonst wäre ich gleich als Zweite aufs Rad gewechselt, aber da ich schneller aufgesprungen bin und die Schuhe später angezogen habe, war ich gleich Zweite. Nach einer dreiviertel Runde habe ich die Erste überholt. Imke war direkt hinter mir. Ich bin also gefahren was ging, allerdings hat sich nach sechs Wochen Wettkampfpause und zweiter Saisonhälfte auch das Radfahren alles andere als rund angefühlt und der letzte Punch hat gefehlt. Ich bin die Brücke nur von einer Seite im Stehen hoch getreten und nach den Kurven konnte ich nicht voll raus beschleunigen. Es war auch sehr viel Wind auf der Radstrecke. Gemeiner Wind! In der hinteren Runde fuhr man um die Kurve und stand dann voll im Wind. Während ich den Rest der Runde so zwischen 32 und 38 km/h gefahren bin, hatte ich dort nur noch 30 auf dem Tacho. Wahnsinn. Gemein! Und genau dort hatte ich in der dritten Runde plötzlich eine Lücke zwischen uns reißen können. Als ich das bemerkte, hab ich schon versucht diese auch auszubauen. Hat auch funktioniert 🙂 Ich bin mit 30-40 Sekunden Vorsprung vom Rad (Die Ergebnisse sind noch nicht online, ich hab keine Ahnung wie viel es war.). Nach einem schnellen Wechsel bin ich gerade aus der Wechselzone raus, als Imke rein kam. Ich habe mich beeilt, denn ich wollte nicht, dass sie mich noch sieht. Hat aber nichts genützt 😉

Es war eine 4 x 2km Wendepunktstrecke zu laufen. Am ersten Wendepunkt hatte sie schon Zeit aufgeholt, im Zielbereich noch mehr, am Ende der zweiten Runde hat sie mich überholt. Erst hab ich etwas reißen lassen, konnte dann aber doch dran bleiben. Der Abstand blieb lange Zeit gleich, gegen Ende der dritten Runde hab ich gemerkt, dass ich eher wieder ran komme. Also kam die Wettkampfsau endgültig in mir hoch. Fehlende Wettkampfhärte hin oder her. Wenn die Wettkampfsau kommt geht’s rund 😉 In der vierten Runde konnte ich etwas aufschließen. Zum Wendepunkt hinter ging es ganz leicht bergauf, das lag Imke wohl mehr. Zurück lag mir mehr. Um die engen Kurven herum hab ich immer ein oder zwei Meter gut machen können (Sie war nur gute 10 oder 20 Meter vor mir – keine Ahnung, im Wettkampf schaut das immer weniger aus, als es wahrscheinlich war). Am Wendepunkt war ich relativ nah dran, aber sie hat erneut beschleunigt – wieder mehr Abstand. Es hat etwas gedauert, dann kam noch ein Tick mehr Ehrgeiz und ich bin wieder etwas ran gelaufen. Als ich dachte es geht jetzt nicht noch schneller hat Imke noch mal ne Schippe drauf gelegt – und ich auch. Im Prinzip haben wir den ganzen letzten Kilometer lang nach und nach beschleunigt. Und unser Endspurt hat auf der Brücke begonnen, also rund 800m vor dem Ziel. Sie hat sich zweimal nach mir umgedreht und es ist in einem Zielsprint geendet. Da war ich 3-4 Sekunden hinter ihr und hab dann einsehen müssen, dass ich es nicht schaffe. Aber ich hab ihr den Sieg hart gemacht 🙂 Tolles Rennen 🙂 Ich bin echt zufrieden! Außerdem hat Imke letzte Woche noch Challenge Vichy mitgemacht. Das ehrt ihre Leistung. Ich bin glücklich, das wir zwei Pro’s uns da ein so hartes Rennen geliefert haben. Für mich immer noch ein besonderes Gefühl. Außerdem muss ich gestehen, dass es schon richtig Spaß macht, als Erste zu radln, mit dem Polizeimotorrad als Begleitung, als Erste vom Rad zu steigen, in eine komplett leere Wechselzone einzulaufen und als Erste auf die Laufstrecke zu gehen. Ja, ich  muss gestehen, dass macht wirklich Spaß 🙂 Ein tolles Gefühl! Außerdem haben durch die vier mal zwei Runden auch die Zuschauer unseren Zweikampf mitbekommen und uns entsprechend angefeuert. Toll. UND: Da es ein reiner Frauentriathlon war, gab es keine Jungs, die schon vor uns ins Ziel eingelaufen sind, wie das sonst so der Falls ist. Da wird man als Siegerin auch gewürdigt aber nicht soo sehr wie der allererste, der durch ein Ziel rennt. Das ist einfach so. Von dem her war das gestern schon etwas Besonderes! Es war ein gut organisierter Wettkampf, eine schöne und empfehlenswerte Veranstaltung. Heute findet ja der NordseeMan statt – eine Mitteldistanz. Ich mache aber heute Urlaub und gehe jetzt dann auf eine vierstündige Wattwanderung. Das hab ich mir verdient 🙂

Ein Gedanke zu “Sieben Sekunden fehlten zum Sieg beim ersten reinen Frauentriathlon Deutschlands, dem NordseeWoman in Wilhelmshaven

  1. Servus Heike,
    DANKE für die wunderschöne Schilderung, da konnte ich so richtig mitfiebern. Glückwunsch zum Navy – Tri – Cup. Das werde ich sofort ergänzen im Blog. Tja warum gibt es nicht noch mehr Wettbewerbe NUR für Mädels? ???
    Ach ja, Wattwanderung ist ein tolles Erlebnis meine letzte liegt schon mindestens gefühlte 120 Jahre zurück.

    Ich wünsche dir eine gute Woche.

    Salut
    Helmut

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