ITU Langdiastanz WM Immenstadt 2010

3. Platz AK 30-35 in 8:18:26.

Zum Rennverlauf: Ich bin aus der ersten Reihe, ganz rechts los geschwommen und gleich nach rechts raus. Ich wollte einfach mein Ding schwimmen, denn auf Lanzarote bin ich ja gar nie in meinen Rhythmus gekommen. Das hat diesmal bestens funktionert! Es lief so gut, dass ich mich entschieden habe, bis zur ersten Boje bei 1,8km alleine rechts neben dem Feld zu schwimmen. Ich dachte, dass sich nach dieser Boje bestimmt alles ändert. Aber um die Boje rum sind sofort alle in eine Pisskurve nach rechts abgebogen. Obwohl die Boje in 400m Entfernung genau vor mir war. Naja, dann hab ich sie schwimmen lassen und bin wieder alleine bis zur Boje. Ein paar wenige haben meinen Weg gekreuzt und sind von rechts nach links rüber gezogen ?!? Zweimal hab ich mich kurz bei jemand hinten rein gehängt, aber beide waren mir ehrlich zu langsam. An der zweiten Boje sind alle in einer Pisskurve nach links. Das Ziel war absolut nicht zu sehen, weil wir gegen die Sonne geschwommen sind. Ich hatte aber so was wie einen Orientierungspunkt und wusste, dass das Ziel etwas rechts davon liegen würde. Und weil es bei mir soo gut lief, bin ich wieder ganz alleine rechts neben dem Feld her geschwommen. Teilweise waren die soweit links von mir, dass ich schon Angst hatte, dass ich falsch bin. Aber dann kam eine Markierungsboje noch ein paar Meter weiter rechts von mir. Da wusste ich, dass alle anderen falsch sind 🙂 Und so bin ich 4,0 km ganz alleine geschwommen. In einem super Rhythmus und so wunderbar gerade, dass ich mich selbst drüber freue! 😉 Kein Linksdrall, kein Rechtsdrall. Wenn es nur immer so wäre… Schon beim ins Wasser gehen hab ich gemerkt, dass der Neo heute besonders gut sitzt. Ich hab auch soo lange rumgezupft. Es konnte also fast nur gut werden 😉 Die Schwimmzeit ist 1:07:04. Hätte ich mir von Anfang an schnelle Beine gesucht, wäre schon noch was gegangen. Aber so hab ich es ehrlich gesagt richtig genossen!

Der Wechsel war mal wieder topp. Zweit schnellste Wechselzeit aller Damen oder so. Wunderbar *freu* Das sind halt so meine kleinen Freuden 🙂 Und das Radfahren ging richtig gut los. Hab mir bevor ich in die Schuhe rein bin schon mal ein PowerBar Gel reingedrückt, um am Kalvarienberg nicht leer zu gehen. Es lief von Anfang an rund. Auch meine Beine waren diesmal nicht zu, wie sonst so oft. Was am Schwimmen lag, denn ich hab mich sehr darauf konzentriert den Bauch anzuspannen um nicht so durchzuhängen und weil ich so gerade aus geschwommen bin, hab ich nur ungefähr jeden fünften Zug nach vorne geschaut und meinen Kopf also nicht so oft hoch nehmen müssen, was meine LWS immer ins Holkreuz zwingt. Es lief also. Allerdings hat mir mein Wattmesser verraten, dass ich gute 15-20 Watt hinter meiner Leistung von Lanzarote liege. Tja, ich weiß schon wo ich die in den letzten Wochen seit Lanza liegen gelassen habe :-/ Ich hab es auch so erwartet! Ganz ehrlich. Woher hätte es denn kommen sollen? Na, egal. Trotzdem lief es rund und viel besser, als ich mir erhofft hätte. Wie in Karlsfeld. Nicht Bestleistungszeiten, aber rhythmisch und rund.

Ab Oberstaufen hab ich mich mit der späteren Siegerin in meiner AK und der Nr. 105 aus Brasilien etwas gekaddelt. Bergauf haben mich beide überholt, bergab hab ich jeden Rückstand wieder weg gemacht 🙂 Wenn die so die Berge runter geheizt wären wie ich, hätten die mir locker 5-10 Minuten abgenommen, aber so… Kein Problem. Ungefähr bei km 80 hatte ich plötzlich einen waaahnsinnigen Cola Hype. Und gleichzeitg hab ich gemerkt, dass es in meinem Magen etwas grummelt. Es war mehr als genug drin! Ich war echt gut mit Verpflegung heute, aber es ist nicht weiter gekommen. Und bei km 100, an der langen Steigung beim Niedersonthofener See ging dann nichts mehr. Ich hatte ein Energie Loch. 🙁 Mich hat so richtig die Kraft verlassen. Die kurzen steilen Dinger wäre ich fast nicht mehr hoch gekommen. Krass. An diesem Berg hab ich von meinem beiden Mitstreiterinnen eine deftige Packung bekommen, die mich dann später auch den Sieg gekostet hat. Da hab ich die entscheidenden Minuten verloren 🙁 Und das ärgert mich, denn beim Radfahren verliere ich selten ein Rennen. Beim Schwimmen, ja, da lasse ich öfter mal Zeit liegen. Beim laufen – oh je, ständig. Aber beim Radfahren? Ich? Nein! Ärgert mich!!! Ehrlich.

Auf der Laufstrecke angekommen hab ich mich sofort mich Cola versorgt. Ich weiß, dass das in dem Fall hilft. Mein Magen fängt wieder an zu verdauen und gibt endlich die Energie aus dem Mehrfachzuckern an das Blut weiter. Manchmal brauch ich aber den Einfachzucker, um das Anzustoßen! Das Insulin oder so. Was weiß ich. Auf jeden Fall was das auch heute so. Mein Rücken hat auch noch gezickt, und die ersten Meter bin ich sehr nach vorne gebeugt gelaufen… Aber das ging dann und nach 2-3km bekam ich wieder Energie und bin in einen schönen, gleichmäßigen, saubern Lauf übergegangen. Toll :-/ Zwei Runden bin ich kontrolliert gelaufen und in der letzten hab ich dann noch mal richtig zulegen können! So richtig, richtig. Auf die nun Viertplatzierte hab ich auf den letzten 8 km 1:30 gut gemacht (hat mir ihr Freund / Betreuer gesagt..) Sauber! Es lag also gar nicht an der schlechten Form oder sonst was. Es war echt nur das Energieloch. Ich bin sogar noch schneller als die Gewinnerin meiner Ak gelaufen. Aber einholen konnte ich sie nicht mehr. Auch die Zweitplatzierte hab ich nicht mehr bekommen. Ging heut einfach nicht. Leider. Grundsätzlich hätte ich es drauf gehabt. Wenn ich wie immer Rad gefahren wäre, hätte nichts anbrennen dürfen. Aber gut, die Form von Lanza hab ich nicht mehr. Hätte ich nicht den Einbruch gehabt, wäre es sich wahrscheinlich ausgegangen. Dann wäre ich vor ihr oder mit ihr vom Rad gekommen und dann hätten wir es ausgelaufen. Und wenn ich dann auch so gelaufen wäre… Naja. Hätte, würde, wenn. Klar. Aber beim Radfahren :-(((( Das schmerzt schon. Erst hat noch die Freude über das tolle Schwimmen und den super Lauf überwogen (2:34:55, abzüglich der ersten paar Kilometer bis die Energie wieder da war – und ab km 20 dermaßen den Turbo gezündet – topp! Einfach topp! Bin ich voll zufrieden mit! Aber bei der Siegerehrung hat dann doch der Frust überwogen. Das ändert sich momentan von jetzt auf gleich.

Naja, hat nicht sollen sein heute. Nun heißt es volle Regeneration bis Wiesbaden. Schließlich muss ich in 14 Tagen einen 70.3 machen 🙂 Hehe. Könnte tatsächlich klappen. Wie gehofft, sind 30 km nicht ganz so schlimm. Erst ab km 30 fängt die Zerstörung wirklich an. Ich kann schon fast normal laufen und Treppen steigen. Des wird scho in zwei Wochen! Und wenn ich mit wehenden Fahnen untergehe, dann hab ich es wenigstens mal ausprobiert, wie das so ist, alle zwei Wochen einen Wettkampf jenseits der Kurzdistanz zu absolvieren – schließlich ist das ja heute das Normalste der Welt….

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