Ironman Lanzarote

12. Platz gesamt, 10. Platz Pro Damen, 10:48:49. Sw 1:01:37, T1 4:02, R 5:50:37 :-), T2 3:53, L 3:48:41.

Und das Beste: Innerhalb der 8% Regel! D.h. 500 Euro Preisgeld für den 10. Platz!!! Jippie! Top Ten (zumindest bei den Pros) und Preisgeld. Zwei Ziele erreicht. Nur das Schwimmen versaut und beim Laufen wieder mal eingebrochen. Und ich weiß diesmal gar nicht warum. Eigentlich hat alles gepasst. Keine Ahnung. Kotzt mich schon an. Hätt sich ja mal bis zum Schluss ausgehen können, wenn es schon so gut läuft. Naja. Trotzdem. Eine geile Radzeit – Grüße nach Istrien!!! Und die zwölft beste Zeit aller Frauen, die am Start waren. Und dann noch 500 Euro verdient. Geil! 🙂
Ich möchte mich auch noch bei euch allen für die zahlreichen Mails, SMS und Anrufe vor und nach dem Rennen bedanken! Erstens freut es mich wahnsinnig, wenn ich merke wie viele Leute an so einem Tag an mich denken 🙂 Und zweitens hilft es durchaus im Kampf gegen die Uhr. Zu wissen, dass der ein oder andere daheim vorm Live Ticker sitzt und ungeduldig auf die nächste Rundenzeit wartet… Von der Endzeit ganz zu schweigen. Also, das hat mich auf meinen letzten Kilometern sehr motiviert! Ich war nie ganz alleine da draußen…

Und hier der ausführliche Bericht: Ich bin richtig schlecht geschwommen. Ich verstehe es einfach nicht. Ich war, was das Schwimmen anbelangt, so zuversichtlich, dass es klappen könnte. Im Becken ging es zuletzt so gut und schnell wie noch nie. Also hätte ich wenigstens eine kleine Verbesserung erwarten können. Aber es läuft halt auch nur an guten Tagen richtig schnell im Training. Die schnelle, gute Technik ist einfach noch nicht automatisiert und lässt sich im Gedrängel, mit Kinnhaken und Schlag auf die Brille, etc. nicht umsetzten. Richtig ins Schwimmen bin ich auf den letzten 700m gekommen. Der Rest war einfach nur wildes Geplantsche 🙁
Ich hatte dann erst mal einen moralischen Knacks auf dem Rad. Ich hab zwar schnell gewechselt und bin zügig los geradelt, weil ich ja wusste, dass der Tag noch lang ist. Aber ich war echt moralisch angeschlagen. Ich hab aktiv versucht die negativen Gedanken auszublenden. Aber etwa zwei Minuten später hab ich mich ertappt, wie ich wieder mit mir gehadert habe. Wahnsinn. Hat eine Zeit lang gedauert, bis ich da raus war und meinen Tritt gefunden hatte. Und bis dahin wurde ich schon von zwei Frauen überholt und später dann noch mal von Zweien. (ungewohnt…) Die waren echt zügig. Allerdings immer nur bergauf! Bergab bin ich dann wieder an ihnen vorbei geflogen. Aber aufgrund der langen Anstiege sind sie mir davon gefahren. Hm. Erst hatte ich nicht den gewohnten Druck beim Bergauffahren. Außerdem hatte ich sechs Stunden lang Rückenschmerzen. Zum Teil stechend und so schlimm, dass ich unmittelbar mit einer ISG Blockade gerechnet habe. Das Schwimmen… Eine Stunde im Neo, im Holkreuz, mit ständigem Kopf nach vorne oben nehmen und dadurch noch mehr ins Holkreuz gehen zu müssen, das geht einfach noch nicht. Genau so war es ja auch in Hawaii, aber da war ich ja akut angeschlagen. Heut war ich eigentlich seit drei Wochen oder so vollkommen beschwerdefrei. Aber eine Stunde Neoschwimmen geht nicht (auch im Training spüre ich das). Naja, die hab ich so gut es geht ignoriert. Bin oft am Oberlenker gefahren, auch schon bei 20km/h, wenn nicht unmittelbar Gegenwind war. Ein paar mal Dehnen und ein paar mal Zähne zusammen beißen und tief auf den Auflieger legen weil starker Gegenwind. Aua! Aber es hat gehalten!
Ich hatte also keinen richtigen Druck an den Bergen. Aber ich bin vom Gefühl her richtig locker und rund hochpedaliert, mit fast 90 Trittfrequenz. Und die Wattzahlen waren auch über 200. Also vom Gefühl her war ich richtig gut und rund unterwegs. Deshalb hab ich die dann ziehen lassen und versucht wie vor zwei Jahren voll mein Ding durchzuziehen. Hab mir immer wieder gesagt „Geduld haben, Geduld haben.“ Zwischendrin hab ich natürlich des Öfteren gezweifelt ob diese Strategie wirklich aufgehen wird. Naja, also nach 5:50 Stunden hat sie es!!!! Drei der vier Mädels hab ich in bzw. kurz nach der Abfahrt vom Mirador del Rio stehen lassen. Ja, stehen lassen. Die eine schon einmal in den Serpentinen vom Mirador del Haria runter :-))) *sorry* Hey, im Training würde ich NIE so abfahren!!! Ich bin einfach sooo eine Wettkampfsau. Ich bin echt Harakiri runter gefahren! GEIL! :o)) Das hat Spaß gemacht! Ja! Naja, und bei Rückenwind und 1-3% Steigung von Arrieta bis Tegesuite und dann von Teguise bis Conil. Mensch, da bin ich einfach ein Rolleur par excellance!!! Echt. Ich hab keine Ahnung, warum es da so gut bei mir läuft, aber da lass ich Mädels und Jungs hinter mir. Wahnsinn 🙂 Also, bis zur Wechselzone hatte ich alle wieder 🙂 Meine Strategie des Geduld habens ist tatäschlich aufgegangen und nicht nur das! Ich musste nicht wie vor zwei Jahren die letzten 20km richtig drücken, sondern ich bins einfach ‚locker’ heimgefahren. Ich hatte SUPER Beine! Fast nichts tat weh. Es war einfach perfekt.
Der Wechsel lief gut. Ich bin für meine Verhältnisse zügig und total locker losgelaufen. Und schon auf dem ersten Kilometer wurde ich von allen Dreien plus Hillary Biscay, die ich anscheinend überwechselt hatte, überholt. Nein, stehen gelassen 😉 So wie ich sie auf der Radstrecke stehen gelassen habe. Also, die sind dermaßen schnell an mir vorbei, dass ich keinerlei Gedanken daran verschwendet habe mein Tempo auch nur um einen Schritt zu erhöhen. Entweder die kommen so durch, oder nicht, aber dem kann ich nichts entgegen setzen. Sie sind dann auch alle durch gekommen. Und in was für Zeiten! Respekt… Einzig Hillary Biscay wäre noch eine Zeit lang in Schlagweite gewesen.
Die erste große Runde lief ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Locker, leichtfüßig, zügig. Super! Ab km 20, naja, 25 ging es dann rapide bergab. Meine vorderen Oberschenkel wurden hart, härter, steinhart, ein falscher Schritt und ich hätte Krämpfe bekommen.. Aua! Dementsprechend konnte ich mein Tempo nicht mehr halten. Ich habs wirklich versucht. Hab ständig hin und her gerechnet, wie viel Vorsprung die Erstplatzierte vor mir hat. Hinter mir kam längere Zeit nichts, also quasi keine Gefahr von Hinten. Also nur nach vorne schauen, gegen die Uhr laufen. Erst hab ich mal geschätzt, dass die erste rund 6km Vorsprung hat. Das wären bei einem 5er Schnitt ja nur 30 Minuten, also noch in der 8% Spanne. Aber als ich dann mal meine Runden gestoppt hatte, und bei 33 Minuten für eine halbe war, da hab ich dazu gezählt, wie lange ich zu dem Punkt brauche, als ich die Erste zuletzt sah. Und da hab ich eigentlich nicht mehr dran geglaubt, dass es reichen könnte. Zuletzt war meine Motivation, wenigstens noch eine 3:4xer Zeit zu machen. Ich hab gekämpft. Ich hatte so harte Oberschenkel und solche Schmerzen. Ich hab schon größere Schmerzen ausgehalten und einfach weiter gelaufen, aber da das Preisgeld vermeintlich weg war und von hinten niemand kam, war es heute nicht ganz so leicht nur noch gegen die Uhr zu laufen. Trotzdem wollte ich nicht wieder eine 3:5x Marathonzeit. Ich kanns doch schneller…. :-/ Das hat mich ehrlich gefrustet. Es lief so gut und dann wieder so ein Einbruch. Hat es was mit den Rückenschmerzen zu tun? Bestimmt. Aber eigentlich machen meine hinteren Oberschenkel zu. Damit hab ich ja irgendwie gerechnet. Aber die vorderen? Keine Ahnung. Zu schnell angegangen? Vermutlich, aber vom Gefühl her echt locker. Das kann gar nicht zu schnell gewesen sein. Verpflegung war auch einwandfrei. Was ich heut gegessen und getrunken habe! Mein Magen war richtig gut heute. Klar war es richtig heiß und bei Hitze kann ich ja eigentlich nicht so gut. Aber es gab kalte Getränke, Eis, kalte Cola, kalte Schwämme. Ich konnte mich wirklich gut kühlen. Hab es deshalb nicht als so heiß empfunden. Bis auf ein paar Stellen, wo die Gluthitze echt zwischen den Hotels stand. Naja, trotzdem wird es das wohl gewesen sein. Auf der ersten Hälfte des Marathons doch zu wenig getrunken. Aber nein, eigentlich nicht. Ich hatte ja sogar schon einen Wasserbauch. Egal. Ich weiß es nicht :-/ Das ärgert mich. Im Moment überwiegt noch etwas die Enttäuschung, aber die Freude über den 12. bzw. 10. Platz und das Preisgeld gewinnt immer mehr die Oberhand.
Trotzdem werde ich da morgen bei der Siegerehrung nicht ganz freudig oben stehen, denn eigentlich bin ich ja 12. und ich bin ja dafür, dass die ersten Zehn als beste Zehn geehrt werden. Vielleicht machen sie das ja sogar, weil die Zweitplatzierte ist ja eine Agegrouperin aus der AK 20-25 oder so…. Wahnsinn, oder? Also müssen alle andern Pro Damen ja auch ein schlechtes Gewissen haben… Falls sie es tatsächlich so machen würden, wäre ich natürlich erst mal fürchterlich enttäuscht, aber die Gerechtigkeit würde siegen! Und ich würde es den beiden gönnen. Sie waren schneller als ich und somit gehören sie auf die Tribüne. Preisgeld hin oder her. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich Zehnte von zehn Profidamen geworden bin. Zwei mussten aufgeben und mehr waren dann letztlich nicht am Start. So viel Realismus muss schon sein…. Und das ist mir durchaus sehr bewusst, dass das so ist!
Naja, was solls. Ich hab mich angestrengt und mein Bestes gegeben, was heute möglich war. Ich hab nicht aufgesteckt und nicht aufgegeben. Bis aufs Radfahren lief es wie immer: mittelprächtig. Trotzdem kann ich mit der zwölften Tagesbestzeit mehr als zufrieden sein! Wenn ich nur daran denke, wie viele Männer ich hinter mir gelassen habe und wie viele nicht im Stande sind, eine 10:48 zu laufen. Des passt also scho!
Jetzt wird erst mal regeneriert und dann freu ich mich schon auf die nächsten Wettkämpfe und ganz besonders auf Immenstadt. Das ist doch ein gutes Zeichen!

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